Zitat:
Zitat von trithos
Allerdings finden wir da sicher keine Lösung, wenn wir darüber streiten, ob ein Grab vor zweitausend Jahren leer oder voll war.
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Doch, diese Frage ist für beide Seiten erhellend, selbst dann, wenn man sich nicht auf eine Antwort einigt.
Denn während man die Frage betrachtet, wird man erkennen, wie sicher und zuverlässig die Informationen darüber sind. Mancher wird sagen, dass er trotz einer sehr geringen Zuverlässigkeit weiterhin glaubt. Aber er wird vielleicht verstehen, warum jemand zu einem anderen Urteil kommt, dem die Zuverlässigkeit zu gering ist.
Man ist sich dann zwar immer noch uneinig über das Ergebnis ("gibt es Gott?"), aber man kann wenigstens die Entscheidung des Anderen nachvollziehen und erkennt, dass er sich ebenso Mühe gibt, das Richtige zu tun.
Das ist doch schon eine Menge wert?
Kennst Du Jürgen Domian, den "Nacht-Talker"? Er erzählt von sich, dass er in jungen Jahren fanatisch religiös war. So sehr, dass er vor dem Gottesdienst Flugblätter verteilt hat, mit der Botschaft, die Kirchgänger würden nicht genügend glauben.
Kurz vor seinem Theologie-Studium hat er Bücher von Nietzsche und Feuerbach gelesen, einfach um den "Gegner" besser zu kennen. Mit diesen Büchern brach sein ganzer Glaube innerhalb von wenigen Wochen komplett zusammen.
Das beweist, dass es zumindest diesen Autoren gelungen ist, etwas zu bewegen. Ohne Gewalt, ohne Zwang, nur durch freundliche und überzeugende Argumentationen.
Hier ist seine Erzählung auf Youtube:
https://youtu.be/-pe_YPf3O3A?t=1h13m