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Alt 16.01.2018, 17:47   #10286
waden
Szenekenner
 
Registriert seit: 07.01.2014
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Beiträge: 1.121
Zitat:
Zitat von KalleMalle Beitrag anzeigen
Die Lehrpläne beispielsweise für den katholischen Religionsunterricht lassen sich zumindest für Bayern und für Baden-Württemberg (das dürften die konservativsten sein) mit ein paar wenigen Klicks googeln.
Dort kann man jede Menge Indizien dafür finden, daß Indoktrinationen gem. der weiter oben genannten Definition oder das gezielte Unterbinden einer eigenen Meinung jedenfalls nicht zu den Lernzielen gehören.

Den Lehrpläne liegt aber sehr wohl die Annahme zugrunde, daß der Schüler prinzipiell an die Existenz (eines) Gottes glaubt. Wenn diese Voraussetzung für den einzelnen Schüler nicht erfüllt ist, dann muß man aber die Eltern fragen, weshalb er dann zu genau diesem Unterricht angemeldet wurde.
Es führt innerhalb dieser Diskussion vielleicht nicht sehr viel weiter, wenn jetzt jeder Teilnehmer Berichte von seinen Religionslehrern einbringt. Trotzdem möchte ich etwas persönliches dazu schreiben:
Ich könnte als Vater von 3 Kindern darauf antworten, dass ich das ungefähr aus den Gründen getan habe, die in diesem Thread von Seiten der Kirchenbefürworter bzw. Gläubigen bereits angeführt wurden. Dem liegt ungefähr die Ansicht zu Grunde, dass das Christentum Teil unserer kulturellen Tradition ist und insofern Kenntnisse darüber sinnvoll sind. Das in Deutschland gemäßigt interpretierte Christentum orientiert sich an dem Wertesystem, dass wir gutheißen (zum Beispiel Nächstenliebe, altruistisches Verhalten, über den eigenen Tellerrand gucken…) . Für die Großeltern war es eine Selbstverständlichkeit, dass die Kinder getauft werden und es wäre für die Großeltern arg gewesen, die Enkel ungetauft zu wissen.

Unabhängig davon, was in den bayerischen Lehrplänen stehen mag, hat der Religionsunterricht meiner Kinder aber durchaus Indoktrinationsversuche erkennen lassen, auf die meine 3 Kinder entsprechend ihrem jeweiligen Naturell völlig unterschiedlich reagiert haben. Zunächst haben sie angenommen, alles glauben zu müssen, weil es von Lehrern erzählt wurde. Wenn sie zu Hause nachfragten, was es mit den gruseligen Geschichten auf sich habe, und ob das wirklich so passiert sei, habe ich ihnen erklärt, dass dies Geschichten von historischem Interesse sind, die aber tatsächlich nicht so stattgefunden haben. Das hat sie dann innerlich Abstand nehmen lassen. Wenn die jeweiligen Religionslehrer die biblischen Geschichten als Wahrheiten abfragten, haben meine Kinder das nicht mehr für wahr genommen.

Meine älteren Kinder haben es einfach ausgeblendet, als würde ihnen jemand die Märchen der Gebrüder Grimm als Wahrheit erzählen und haben es bis zum Ende der Schulzeit abgesessen. Meine jüngste Tochter nimmt diese Themen ernster und ist dann Spiritualität interessiert; sie wollte schließlich in Ethik wechseln, weil ihr der Religionsunterricht zu unangenehm wurde. Die Lehrerin kündigte ihr „nicht in die Hölle, aber in die Verdammnis“ an, wenn sie sich von der katholischen Religion abwende (2017).

Mein Sohn ist zur Zeit in der Berufsschule. Weil sich zu wenige Schüler für katholische Religion und zu viele für Ethik angemeldet haben, findet kein katholischer Religionsunterricht statt. Stattdessen wird Ethik unterrichtet - vom katholischen Religionslehrer ;-) und ihr dürft raten: der Unterricht ist dogmatisch.

Keko, bei Dir und Deinen Kindern mag das anders gewesen sein. Ich kenne es so.
Wenn ich es mir recht überlege, war es eigentlich der Ärger über die Religionslehrerinnen und Religionslehrer meiner Kinder, welche mich dazu führten, mir über meine Position zu Religion und Kirche klar zu werden. Heute würde ich meine Kinder nicht mehr in den Religionsunterricht schicken.
waden ist offline   Mit Zitat antworten