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Mein Bericht, endlich in Embrun
Nun also wieder die französischen Alpen. Diesmal hatten wir eine ganze Woche Urlaub in Embrun eingeplant. Das Hotel entsprechend von Samstag bis Samstag gebucht. Beim ersten Frühstück saßen wir gleich neben Marcel Zamorra der am Dienstag seinen sechsten Sieg einfahren sollte. Der sah mächtig viel magerer aus als auf den Bildern die man sonst so von ihm sieht. Vor zwei Jahren waren im Hotel de La Mairie auch schon Cunnama und de Coral eingebucht. Das Hotel am Marktplatz scheint der „place to be“ zu sein! Am Mittwoch nach dem Rennen hat Gerald Iacono noch seine Abrechnung in „unserem“ Haus gemacht...
Für den Sonntag hatte ich mir vorgenommen, mein Rad zusammenzubauen und die erste Schleife komplett aber ganz ruhig zu fahren. Also nur schnell runter zur Wechselzone und die Runde vom ersten Meter an genießen. Man liesst es ja immer wieder, nach wenigen flachen Metern geht es gleich mächtig bergauf. So musste ich in mich hineinlachen als ich aus der Wechselzone rausfuhr. Schon nach wenigen weiteren Kilometern als man so langsam die letzten Häuser hinter sich lässt wird aus diesem Lachen aber ein recht verkrampftes Grinsen und Zweifel machen sich breit, wie tief man den Puls bei den Steigungen denn wird halten können. Meine Übersetzung liess ja minimal 39/27 zu, noch einmal einen Zahn vorne mehr im Vergleich zu 2015. Ist das meinen Fähigkeiten entsprechend? Landschaftlich ist die Runde einmalig. Nach kurzer Zeit hat man mächtig Höhe gemacht, sieht dann bald zum ersten mal die Dimensionen des großen Lac du Serre Poncon. Geschwommen wird ja nur in nem kleinen abgestauten Tümpel aber der richtige See hat schon Dimensionen die sogar uns von der Küste einen Blick werfen lassen. Bei einer kurzen Zwischenabfahrt fiel mir dann auch noch die Kette runter als ich aufs große Blatt schalten wollte. Na prima, Radtechnisch muss ich also auch noch aufpassen. Mit dieser letzten Radeinheit sah meine Vorbereitung in Zahlen dann so aus:
Rad: 4320 km; Lauf: 488 km und 12,7 km Schwimmen. Eigentlich vermessen, so an einen Start des Klassikers der schwereren Langdistanzen zu gehen!
Nachmittags traf ich mich dann mit der Familie am See. Die Stimmung bei Frau und Kindern war super. Die hatten tolle Taschenmeser in der Stadt gefunden, Papa erlaubte den Kauf und das Wetter war prima. Ganz anders als noch vor zwei Jahren, wo die Stimmung in der Familie bereits am Abend nach dem ersten Tag vor Ort recht negativ war. Da war es aber auch saukalt und hat immer wieder geregnet...
Montag war ich dann schon beim Frühstück so nervös, daß mir gar nichts schmecken wollte. Da hab ich dann auch final entschieden, daß ich auch bei noch so gutem Ergebnis am Folgetag nicht auch noch in Elba starten werde. Noch so einen Tag voller Nervosität wollte ich mir dann doch nicht antun. Wir haben uns dann noch ein schönes Kloster in the middle of nowhere irgendwo in den nahen Bergen angeschaut und sind wieder am See gelandet. Ich bin dann irgendwann zu Fuss zu unserem Hotel gewandert und hab mein Rad eingecheckt. Nachher hab ich am See dann Nopogobiker und das Mädchen bei Nopogos finaler Schwimmeinheit beobachtet. So ein Verräter, der trainiert schwimmen... Kam mir auch heute nicht mehr in den Sinn. Der Wettkampfbesprechung beizuwohnen war insofern sinnvoll, weil uns mitgeteilt wurde, daß die französischen Sicherheitsbehörden vorschreiben, vor dem Eintritt in die Wechselzone nen Pass vorzuzeigen. Den hätte ich im Leben am kommenden Morgen nicht dabei gehabt.
Am Abend waren wir dann bei einem der vielen Italiener zum Nudeln-Essen. Die Stadt ist ja voll auf Triathleten eingestellt und so gab es fast überall die Mega-Triathlon Pasta Portionen zum Vorzugspreis. Ehrlich gesagt, Pasta können die Italiener besser als die Franzosen aber satt hats gemacht, die Soße war lecker und das Gewissen hat es auch beruhigt. Die Nacht ging wider Erwarten gut rum und ich wachte erst kurz vor dem Wecker auf.
Geändert von Harm (12.09.2017 um 10:30 Uhr).
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