Zitat:
Zitat von Jörn
Hallo trithos, Du brauchst keine langen Gleichnisse zu konstruieren, um allen mitzuteilen, dass Du mich für einen Idioten hältst. Die Forumsteilnehmer sind weniger dumm als Du annimmst.
Welche ist die erfolgreichste Gruppe innerhalb der Menschheit? Jene, die sich am meisten fortpflanzen? Dazu gehört nicht viel. Oder vielleicht jene, die einen klaren Standpunkt möglichst vermeiden? Auch dazu gehört nicht viel (allenfalls viel Bequemlichkeit).
Für mich sind die Wissenschaftler die erfolgreichste Gruppe, denn sie arbeiten sowohl friedlich als auch nutzbringend für alle. Das unterscheidet sich von den Religionsgemeinschaften, die in den letzten 3.000 Jahren weder friedlich noch nutzbringend waren.
Innerhalb der Wissenschaft haben sich bestimmte Regeln gebildet, die den Erfolg ausmachen. Persönliche Angriffe sind dämlich und unnütz. Nicht der gewinnt, der dem anderen am besten eins reinwürgt (so wie Du das in Deinem Posting versuchst). Sondern der gewinnt, der die Wahrheit findet und es belegen kann. Er siegt nicht über den anderen, sondern alle profitieren gemeinsam von der neuen Erkenntnis. Nicht die höchste Autorität bestimmt den Kurs, sondern der überzeugendste Beweis.
Diese Regeln (und mit ihr die Wissenschaftliche Methode) haben in den letzten 250 Jahren einen nie dagewesenen Fortschritt an Lebensqualität, Einsicht, Gesundheit und Sinn gebracht. Ihr zugrunde liegt die Frage: „Was ist wahr?“. Das ist der Kern.
Wenn Dir das nichts wert ist, und wenn Dir die Suche nach Wahrheit läppisch, niedrig und verächtlich erscheint, dann zucke ich mit den Achseln, denn dann hast Du nichts beizutragen, was für mich lesenswert wäre.
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Die Suche nach Wahrheit scheint mir nicht läppisch, niedrig und verächtlich - ganz im Gegenteil!
Ich lese hier aber selten von Suche nach Wahrheit, sondern fühle mich regelmäßig darüber belehrt, was die Wahrheit ist, die jemand anderer offenbar schon gefunden hat. Wenn zum Beispiel die Ansichten von Dawkins in der jüngsten Diskussion hier als allein gültige Wahrheit hingestellt werden, kann man in meinen Augen nicht mehr von Suche sprechen. Mir erscheint zumindest manche Kritik an Dawkins nachvollziehbar und auf dieser Basis kann ich dann darüber nachdenken, wo Dawkins Recht hat und wo nicht. Das wäre "Suche".
Haben auch die Wissenschaftler, die die Atombombe erfunden haben, friedlich und nutzbringend für alle gearbeitet? Bitte fasse das jetzt nicht als Polemik auf. Ich will damit nur sagen, dass man meiner Ansicht nach mit "Absolut-Sätzen" nicht weit kommt. Nicht alle Wissenschaftler sind "gut" (im moralischen Sinn), nicht alle sind "gut" (im wissenschaftlich-handwerklichen Sinn) und nicht jede Erfindung bringt die Menschheit wirklich weiter.
Du hast in Deine Antwort übrigens mindestens drei persönliche Angriffe eingebaut. Das ist okay, ich hab nichts gegen emotionale Diskussionen. Aber ich bin ehrlich gesagt schon überrascht über diese (so empfinde ich das zumindest) heftige Reaktion.