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Ich finde Sagan ja auch irgendwie sympathisch, wegen seiner überragenden technischen Fahrfertgkeiten und seines unkonventionellen Auftretens, weswegen ich mir die Szene gestern aus der Hubschrauberperspektive und von vorne ein paar mal angesehen habe.
Letzten Endes bin ich zu cem Schluss gekommen, dass die Entscheidung zwar hart, aber vertretbar ist.
Wie schon in vorigen Posts beschrieben verlässt Sagan eindeutig seine Sprinterlinie und macht eine zuvor bestehende (kleine) Lücke rechts neben ihm zu. Alleine dafür kann man im Sprint disqualifiziert werden, aber man wird natürlich nicht gleich von einer ganzen Rundfahrt ausgeschlossen.
Dann kommt es zu einer leichten Berührung von Cavendish, der versucht hatte durch diese zuvor bestehende Lücke an Sagan vorbei zu sprinten.
Und dann kommt der Ellbogen von Sagan raus. Gerade weil Sagan sein Rad beherrscht wie kein Zweiter im Peloton muss man davon ausgehen, dass das keine reflexartige Bewegung, sondern sehr gezielt war. Eine Unbeherrschtheit in einer absoluten Stresssituation. Nicht völlig unverständlich, aber sowas muss eine Jury ahnden, wenn es beim nächsten Sprint nicht noch lebensgefährlicher zugehen soll.
Auch im Fußball wird ein Revanchenfoul weitaus härter bestraft als ein davor begangenes Foul.
Das einzige, was man sich fragen kann, ob es nicht andere, weniger maximale Sanktionsmöglichkeiten gegeben hätte, aber dazu kenne ich mich zu wenig im Regelwerk des Radsportes aus.
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