Jod hat einen wichtigen Einfluss auf die Schilddrüsenhormone und so geht eine Unterversorgung mit Jod auch mit einer Unterfunktion der Schildrüse einher. Analog verhält es sich da mit einer Überversorgung. Der D-A-CH Referenzwert für Jod liegt bei 200 ug, bzw. 230 für Schwangere und 260 für Stillende. Ein Jodmangel lässt sich bei 50 % der Weltbevölkerung diagnostizieren und auch Deutschlang gilt als Jodmangelgebiet. Trotz der jodierung des Speisesalzes erreichen Frauen bis 50 in Deutschland nicht die Referenzwert und auch Männer häufig nicht. Nur wenige Lebensmittel sind wirklich Jodhaltig. Dazu zählen Makrele 66 ug, Hering 51 ug, Eier 64, Gouda 17, Milch 8,2, Huhn 7,8 alles jeweils auf 100 g bezogen. 1 g Salz enthält 20 ug Jod. Bei einer täglichen Aufnahme von 10 g Salz hätten wir also keine Probleme. Da wir aber naütrlich alle Ernährungsbewusst sind und Salzarm essen

schätze ich mal, dass wir eher 8 g Salz zuführen (Wünschenswert wären 6 g). Somit benötigen wir noch mindestens 40 ug Jod. Wer es schafft, dieses mit den oben genannten Lebensmittel zu decken, ist somit fein raus. Für alle anderen gilt, ihr braucht mehr Jod. Eine sinnvolle Möglichkeit wäre es hier 1-2 mal die eine Jodtablette mit 200 ug zu nehmen. Da Jod vollständig resorbiert wird, können wir unsere Versorgung so im Wochenschnitt effektiv anheben.
Eine kleine Anekdote dazu: In der DDR wurde u.a. Jod zwangssupplementiert. Es gab dort quasi weder Schilddrüsenkrebs noch andere Erkrankungen der Schilddrüse. Nachdem Mauerfall wurden die Tabletten nicht mehr verteilt und der Osten hat sich langsam aber sicher an die Schilddrüsenerkrankungsraten des Westens angepasst. Eine Jodsupplementation ist, wenn richtig angewandt, also
kein verschwendetes Geld. Ich möchte jedoch davor warnen, jeden Tag Jod zu supplementieren. Die maximal tolerierbare Aufnahmemenge liegt dafür nämlich nicht hoch genug und es würde über kurz oder lang ziemlich sicher zu einer Jodintoxikation kommen.