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Ich habe vor kurzem auch etwas ganz komisches erlebt:
Alljährlich kommt es unter den Orten und Städten in Bayern offenbar zu einem Wettstreit, wo der höchste (teilweise bis zu 30 Meter) und prachtvollste Baum errichtet wird. In jeder Region kann der Baum anders aussehen. Manchenorts wird er mit der Rinde aufgestellt und andernorts geschält und weiß-blau gestrichen, mit bunten Bändern behängt, mit geschnitzten Figuren verziert und mit einem Kranz geschmückt.
Bevor der Baum aufgestellt wird gibt es zusätzlich einen beliebten und spannenden Wettbewerb unter den Nachbargemeinden. Nach alter Sitte darf der Baum, der schon mehrere Wochen vor dem Aufstellungstag geschlagen werden muss, "gestohlen" werden. Trotz Bewachung durch die Gemeindebevölkerung, kommt dies häufig vor. Nun sind feuchtfröhliche Rückgabeverhandlungen nötig, denn als Auslöse wird eine große Menge Bier vereinbart, das dann bei der Übergabe gemeinsam getrunken wird. Und das obwohl wir wissen, dass Alkohol nicht die Lösung, sondern Teil des Problems ist.
Am 1. Mai wir der Baum dann aufgestellt. Bei diesem Akt werden alle kräftigen Männerhände des Ortes gebraucht, denn die Benutzung von technischen Hilfsmitteln ist verpönt. Nach alter Tradition wird der Baum mit dicken langen Stangen "Schwaibeln", die zu "Scheren" zusammengebunden werden, nach Kommando aufgerichtet. Diese Arbeit kann sich über zwei Stunden hinziehen. Warum soviel sinnlose Arbeit, der Kran macht das doch ganz schnell?
Rund um das Aufstellen findet ein Fest statt. Bei Blasmusik, Speis und Trank kommt man hier gesellig zusammen. Gäste und einheimische Bevölkerung sind herzlich eingeladen die Aufsteller anzufeuern. Für Spaß und Gaudi sorgen vielerorts traditionelle Bänder- und Volkstänze um den Baum oder die Wahl einer Maikönigin. Das ist doch Frauendiskriminierend, da wird die Frau zum Wahlobjekt.
Und jetzt noch das: Pech, Spucke und einen 30 Meter hoher Baum - zum Kraxeln im Südlichen Niederbayern brauchen die Dorfburschen keine große Ausrüstung. Sie schmieren sich Pech an die Füsse, spucken sich in die Hände und aufwärts geht's. Unterm Baum trifft man sich zum Feiern und man pflegt die bayerische Gemütlichkeit. Noch mehr Fleisch (CO2!) und Bier und sogar Schnaps. (Quelle: Bayern.by)
Warum machen die das?
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