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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Artikel: Wie viel Doping verträgt der Triathlon?
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 11.09.2008, 07:53   #69
Hafu
 
Beiträge: n/a
Guten Morgen,

sind gerade erst aus England zurückgekommen und bin daher erst jetzt dazu gekommen, den diesem Thread zugrundeliegenden Artikel "Wieviel Doping verträgt der Triathlon?" zu lesen.
Im Grundtenor stimme ich Arne voll zu. Der Triathlon steht am Scheideweg. Noch einige (prominente) Dopingskandale und wir erreichen in der öffentlichen Wahrnehmung das verdorbene Image der Leichtathletik oder der Radprofis und das wird eine Abwärtsspirale in Gang setzen.

Natürlich, eine Möglichkeit wäre, den Kopf in den Sand zu stecken und nichts mehr zu tun (sprich: Dopingfreigabe). Diese Situation hatten wir im Radsport in den 80er und 90er-Jahren. Alle Insider wusssten, was intern abgeht, jeder (Athleten, Trainer v. a. aber auch die Veranstalter) haben das Dopingproblem ignoriert. Das Publikum, die Sponsoren haben sich noch eine gewisse Zeit lang belügen lassen, so dass dieses System rein aus finanzieller Sicht betrachtet eine gewisse begrenzte Zeit lang funktioniert hat, aber jetzt steht der Radsport komplett in der Sackgasse. Publikum und Sponsoren wenden sich ab. Eine Veranstaltung nach der anderen stirbt oder kämpft ums Überleben. Rennställe werden aufgelöst.

Wollen wir dahin
? Irgendjemand hier im Thread hat das Beispiel Wrestling genannt. Natürlich hat auch eine solche Freakshow als Nische ihre Zuschauer. Aber kennt jemand irgendeinen seriösen Sponsor, wie Sparkasse, Post, Quelle, Comerzbank, Erdinger, der einen Wrestler oder eine Wrestling-Veranstaltung unterstützt?

Wrestling ist eine Nische und bietet kein tragfähiges Geschäftsmodell. Wieviel Leute können denn vom Wrestling weltweit leben? Wieviele Amateure betreiben Wrestling in ihrer Freizeit als Hobby? Soll das die Zukunft des Triathlons sein?


Doping-Freigabe ist ganz sicher keine Lösung
. Die Idee des Sportes basiert auf der Einhaltung von Regeln. Die Faszination des Triathlons basiert zu einem Großteil darauf, dass Amateure und Profis gleichzeitig an der Startlinie ein und desselben Wettkampfes stehen und das einzige, was sie voneinander unterscheidet und den Unterschied in den Finisherzeiten begründet ist Talent und Trainingsaufwand.

Es kommt doch auch niemand auf die Idee, im Fußball den Schiedsrichter abzuschaffen, weil es dort immer mehr versteckte Fouls und immer mehr Härte gibt! Stattdessen hat die Fifa sogar das Regelwerk verschärft und den nachträglichen Videobeweis zur zusätzlichen Abschreckung eingeführt. Das Publikum, die Sponsoren wollen sich eben nicht betrogen sehen und haben kein Interesse, eine Freakshow zu unterstützen.

Den Kampf gegen Doping wird man niemals wirklich gewinnen, so wie es niemals ein Fußballspiel ohne Fouls geben wird, aber man muss ihn immer (mit den jeweils modernsten Methoden) weiterkämpfen, um die Zahl der Betrüger auf einem gewissen, hoffentlich gerade noch erträglichen Level zu halten, um saubere Athleten nicht zu restlos chancenlosen Außenseitern verkommen zu lassen und auch damit der Sport seine Vorbildfunktion für die Jugend aufrecht erhalten kann.

Just my 2 1/2 Cents.

Geändert von Hafu (11.09.2008 um 08:01 Uhr).
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