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Alt 04.09.2008, 01:07   #409
sybenwurz
triathlon-szene.de Autor
 
Benutzerbild von sybenwurz
 
Registriert seit: 06.01.2007
Ort: Puy la Clavette
Beiträge: 38.709
Der Sonntagmorgen zog mit etwas Druck herauf. Wir hatten Samstag absichtlich die letzten 20km nach Donauwörth fallengelassen, weil das mit den Kurzen zu stressig geworden wären und wollten direkt zum nächstgelegenen Bahnhof fahren.
Wie sich rausstellte ging dies aber nur über ne Landstrasse ohne Fahrradweg;- zu ätzend für die Kinder und auch gefährlich.
Daher wollten wir den gestrigen Weg zurück fahren und wieder am Baggersee vorbei 3km weiter in ein gottverlassenes Nest mit Bahnhof. Zugfahrplan hatten wir natürlich nicht dabei und mussten damit rechnen, dass da nur alle paar Stunden ne Bimmelbahn vorbeikommt.
Das zu schmalen 6Öre angebotene Frühstück (pro Nase) schlugen wir grosszügig aus;- schliesslich hatten wir am Abend vorher ungefähr den Betrag aufn Kopp gehau´n, mit dem man auf ner Radtour normalerweise ne Woche weit kommt, wenn man mit Futtermitteln bepackt ist, wie wir es waren...
Ich hab beim besten Willen nix gegen gutes Essen und drück dafür unheimlich gerne auch richtig Kohle ab, aber dann bitte im dementsprechenden Ambiente und nicht im Biergarten und nicht mit Ketchup-panschenden Kindern, denen es vollkommen wurscht ist, ob die Käsespätzle 5 oder 15Kracher kosten. Von den trunkenen Dorfproleten an den Nachbartischen mal ganz abgesehen.
Ok, so schlimm wars insgesamt nicht wie es vielleicht rüberkommt, wir haben herzhaft drüber gelacht und werdenuns sicher noch lange schmunzelnd an den verdrehten abend erinnern, nu musste es aber weitergehen.
Ein Fatal so ner kurzen Tour ist, dass man den gleichen Aufwand hat wie für drei Wochen oder drei Monate: nur kommt dann noch ne Tube Schmierseife zum Wäschewaschen an Bord und vielleicht ne handvoll Taler mehr. Solange manunterwegs ist und weiss, dass man Schlafsack und Zelt abends wieder benutzt, iss allesin Butter, am letzten Tag kekst einen aber schon jede Minute an, die man drauf wartet, dass das Zelt vollständig trocken und die Penntüten ausgelüftet sind, alles ordentlich zusammengefaltet wird und zuhause nicht nochmal raus muss.
Voriges Jahr hatten wir natürlich genau in der letzten Nacht tierisches Glück mit unserm Zeltplatz und erwischten den Donnerbalken einer Vogelkolonie, die am Morgen das Zelt in nen einzigen Scheisshaufen verwandelt hatte. Himmel nee, war das ätzend!
Heute hatten wir damit deutlich mehr Glück und auch die Gelegenheit, die dritte Fahrradreisegruppe, ebenfalls mit Kind und Anhänger, kennenzulernen. Die hatten nen ganz interessanten Ansatz, nix fürs Zelten bezahlt, sich bei der Koppel-Bar, wo die Nacht über zunehmender Geräuschpegel der dort feiernden geschlossenen Gesellschaft schnelles Einschlafen ratsam erscheinen lies, durchgefuttert und ein breites Grinsen im Gesicht, als ich fragte, ob sie für ihren Lütten auch voll bezahlt hatten.
Iss natürlich auch ne Alternative, aber dann drück ich lieber nochmal knapp 120 Tacken für ne Übernachtung undn Abendessen aufm Campingplatz ab...
Gut, jedem das Seine, wir radelten dann mal unverdrossen weiter und da die Kinners gestern im Anhänger pennten, während ich mich abrackerte, war der Weg für sie ja noch neu.



Locker kamen wir voran, trafen noch nen überfahrenen Bieber (mei, wassn Riesenvieh!) und kurze Zeit später auf den Bahnhof, wo wir in ner Stunde Wartezeit noch was futtern konnten, bevor die Regionalbimmelbahn ankam. Natürlich das exemplar mit den schmalen Türen, wo weder Fahrräder geschweige denn ein Anhänger ohne auspacken, zerlegen und dann nur hochkant durchpasst.
Ausserdem waren wir offensichtlich die einzig nüchternen Fahrgäste am Bahnhof.
Die deutsche Eisenbahnromantik besteht für mich, so gerne ich eigentlich Zug fahre, aus Assis, Besoffenen und Rentnern die sich aus Zeitmangel vor den aussteigenden Reisenden ins Abteil quetschen. Und vielleicht mittellosen Wehrdienstleistenden in adretter Uniform, die genauso dämlich mit den Händen in den Hosensäckeln glotzend im Weg stehen wie alle anderen, während man 17 Taschen, Packsäcke und sonstige Gepäckstücke inklusive Bikes und Hänger ein- oder auslädt...

Darauf, dass für den einen Kontrolletti ein Kinderrad wie fürn Gesetzgeber ein Spielgerät ist und fürn andern ein Fahrrad, für welches der volle Fahrradkartenbetrag (gerademal eben Vierfuffzich) fällig ist, will ich nu mal lieber gar nicht eingehen und auch die Misere mit den ICEs und der Fahrradmitnahme darin, gepflegt nicht anschneiden.
Wir haben es jedenfalls mal wieder geschafft, mir dröhnt aber der Schädel ob der Anstrengung, ne Alternative zu der Zugfahrerei zu finden, solange sich die Truppe zumindest eines Anhängers bedient.

Ne handvoll Bilder hab ich auch gemacht.
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Erinnerst du dich an die Zeit vorm Internet, als wir dachten, die Ursache für Dummheit wäre der fehlende Zugang zu Informationen? DAS war es jedenfalls nicht!
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