Da stimme ich zappa zu.
Wenn eine schwarze Person für sich das N-Wort nutzt, dann akzeptiere ich das. Ich persönlich würde dieses Wort nicht nutzen, da es eine konkrete weiße Diskriminierungsgeschichte in sich trägt.
Genauso wenig kann ich beurteilen, wie sich die betroffene Person im konkreten Fall gefühlt hat. Den "Täter" wurde ich auch nicht als Rassisten bezeichnen, seine Aussage beinhaltet jedoch Alltagsrassismus, der thematisiert werden muss.
Im regelmäßigen Austausch mit Jugendlichen im Rahmen von Bildungsarbeit erlebe ich oft, dass Jugendliche mit Rassismus-/Diskriminierungserfahrung für sich selbst Worte aneignen. Da wird dann ganz selbstverständlich gesagt "Ich bin ein Zige...r, man darf mich auch so nennen". Hierbei will ich der Person auch nichts absprechen, oder auch noch Rassismus vorwerfen. Allerdings muss ich den Umgang mit dem Wort reflektieren und meinen persönlichen Umgang damit finden. Andere betroffene Personen können sich davon betroffen fühlen (auch dieser Begriff hat ja eine konkrete Geschichte) und deshalb nutze ich dieses Wort nicht. Es geht nicht darum eine rosarote Welt zu schaffen und alles mit Kissen auszupolstern, aber trotzdem sollte man sich Gedanken machen über manche Wörter und den Zusammenhang in dem sie gebraucht werden.
Hierzu auch ein passender Beitrag von Zapp zu rechter Sprache in den Medien:
Gefährliche Übernahme: Rechte Sprache in den Medien