Zitat:
Zitat von Jörn
zappa, nehmen wir an, irgendeine fiktive Religionslehrerin hätte tatsächlich die Kinder mit Mikrofonen losgeschickt, um sich eine Vielzahl an unabhängigen Stimmen zu besorgen.
Nehmen wir weiter an, dass die fiktive Religionslehrerin vorher genau jene Stimmen ausgesucht hätte, die mit ihrer eigenen Meinung übereinstimmen, und dass sie jene Stimmen vermieden hätte, die ihrer Meinung widersprochen hätten. Nehmen wir an, dass vor den Kindern verborgen worden wäre, dass eine Auswahl stattgefunden hat.
Würdest Du zustimmen, dass in diesem fiktiven Beispiel die Religionslehrerin nicht korrekt gehandelt hätte?
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Bevor ich Dir eine Frage, die aus lauter Suggestivannahmen nur eine Antwort zulässt, beantworte, würde ich gerne etwas los werden, damit Du meine Argumentation ggf. besser einordnen kannst.
Ich bin konfessionslos, stehe keiner Religion nahe und meine Kinder sind von der ersten Klasse an nicht in den Religions-, sondern Ethikunterricht gegangen, weil wir das Thema so offen wie möglich halten wollten, Die Tatsache, dass Religion das einzige im GG verankerte Pflichtfach in der Schule ist, ist für mich angesichts unserer Geschichte und der Anzahl der formal religiösen Menschen bei uns zwar nachvollziehbar, gleichzeitig für mich aber ein recht fragwürdiges Thema im aktuellen Kontext. Dass im Religionsunterricht früher mehrheitlich, heute noch immer viele Pfarrer und nicht Lehrer unterrichten finde ich ebenso kritisch und es wird noch etliche Fälle von Indoktrination mit dem Nürnberger Trichter geben, die nicht in eine Schule gehören. Klar? Den Kern Deiner kategorischen Kritik sehe ich durchaus, kann ich in Teilen nachvollziehen und stimme in einzelnen Punkten auch zu. Klar?
Was ich gleichzeitig weder nachvollziehbar, noch akzeptabel finde, ist, dass Deine Kritik pauschal ("die Religionslehrer", "die Schüler") in einer abwertenden und polemischen Weise ("sie wissen es" = Vorsatz; "sie manipulieren" etc.) formulierst, die keine Ausnahme zulässt und dem gesamten Adressatenkreis (wir haben ca. 750.000 Lehrer bei uns, da könnten es also ca. 20.000 Religionslehrer sein) nicht mal ein ernstes Bemühen bzw. eine positive Absicht zuschreibt. Gleichzeitig formulierst Du für diese Behauptungen keinen einzigen Beleg. Du formulierst zwar Begründungen für die Behauptungen, die aber ihrerseits wieder nicht belegte Behauptungen sind.
Damit wist Du einerseits der Realität nicht gerecht, wie die Studien, die ich Dir zum Beleg angeboten habe, zeigen, andererseits wird auch die Diskussion hier nicht fruchtbarer.