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Grundsätzlich finde ich ja das Engagement für den Radverkehr sehr löblich, aber man sollte sich bestimmte Fragen auch immer zwei mal durchlesen und die intention dahinter verstehen.
Z.B. Finde ich die Frage nach dem Schutz vom Radverkehr gegenüber dem motorisierten Verkehr sehr zweideutig. unmittelbarer Schutz wäre natürlich die absolute Trennung von Rad- und motorisiertem Verkehr. Die Folgen für uns sportliche Radfahrer ist dann aber, dass wir noch weniger Toleranz erwarten können, wenn wir uns auf der Straße bewegen, weil wir und den abgetrennten Weg mit allen anderen teilen müssten, was subjektiv deutlich gefährlicher ist. Indirekter Schutz wäre für mich den Radverkehr zumidnest innerorts als gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer auf der Straße zu ethablieren.
Hier sollte man das Grundsatzkonzept des ADFC hinterfragen und dazu finde ich den Fragebogen wenig ausagekräftig bzw. geht dieser eher in Richtung Alltagsradler und weniger in Richtung Sportradler bzw Berufspendler mit dem Rad.
ich würde mir zB folgendes Wünschen und glaube, dass dies deutlich zur Verkehrssicherheit beitragen würde:
1. Generelles Tempolimit innerorts von 30km/h
2. Radfahrer und motorisierter Verkehr teilen sich grundsätzlich gleichberechtigt die Straße
3. Bei innerörtlichen Bundesstraßen oder Autobahnumleitungen ist eine Trennung vom motorisierten Verkehrs und Radverkehr anzustreben, aber nur unter der Bedingung eines barrierefreien und ausreichend ausgebauten Radwegs.
Und da kommen wir einfach in Problemzonen, da für viele notwendeige bauliche Maßnahmen der Platz einfach nicht ausreicht. Politisch muss angestrebt werden, gerade im städtischen Raum den motorisierten Individualverkehr so gut es geht zu minimieren, durch das Bereitstellen von entsprechender Infrastruktur. Nur wird zumidnest hier in Osnabrück dafür herzlich wenig getan. Ich bin zu Fuß deutlich schneller bei der 6km entfernten Uni als mit dem Bus. Mit dem Bus würde der Weg über eine Stunde dauern und ich müsste drei mal Umsteigen. Auch gibt es kein P+R konzept für Berufspendler mit der Folge, dass der Innestadtring morgens zwischen 7 und 9 und abends zwischen 16 und 18 kollabiert und ein einziger Stau ist. Wenn dann noch irgendwo etwas unvorhergesehenes passiert, gute Nacht.
Ich glaube nicht daran, dass es sinnvoll ist sich als Interessenvertretung von Radfahrern hinzustellen und das Hinzufügen von Maßnahmen zu fordern. Ich glaube eher daran, dass die Lösung der innerstädtischen Verkehrsprobleme in der Verkehrslenkung und Minimirung des motorisierten Individualverkehr liegen und dann auch genug Raum vorhanden ist für entsprechende bauliche Veränderungen zur Sicherung und des barrierefreien Radverkehrs. Leider ist dafür kein Bewusstsein vorhanden, wenn alle meinen mit dem Auto zum Klo fahren zu müssen.
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Auf dem Weg vom “steifen Stück” zum geschmeidigen Leopard
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