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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Rechtsruck in Deutschland?
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Alt 07.09.2016, 16:15   #245
noam
Szenekenner
 
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Registriert seit: 04.04.2010
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Beiträge: 5.114
Zitat:
Zitat von Neginroeb Beitrag anzeigen
Es gibt schon Orte, wo interessanterweise das Geld für Schwimmbäder da ist (Dresden, Zwickau, Ingolstadt, Nürnberg). In anderen Städten schließen sie.

Es sind auch noch riesige sichere Zahlungen in der Zukunft zu leisten (für die unsinnige und sündhaft teure Rente mit 63, die noch dazu nur ein paar Jahrgänge betrifft) sowie für Griechenland, was wir heute noch nicht abschätzen können, der verbürgten Milliarden letztendlich eingefordert werden.
Du verstehst mich falsch. Ich werfe nicht die Frage nach dem Geld auf. Jeder, der mit offenen Augen durch die Weltgeschichte geht weiß, dass wir (also Deutschland) ungeheuer viel Geld zur Verfügung hat. Es wird seit mehreren Jahren immer wieder von Rekordsteuereinnahmen berichtet und im gleichem Atemzug nirgendwo über dem absolut Notwendigen großartig investiert. Daraus resultiert, dass "wir" als Staat einen Überschuss erwirtschaften.

Das ist ja grundsätzlich gar nicht mal so schlecht.

Da Deutschland nicht unerheblich verschuldet ist, kann und sollte ein Teil dieser Einnahmen zum Ausgleich der Staatsverschuldung herangezogen werden, um in Zukunft noch mehr von einem Überschuss zu haben oder bei Konjuktur zumindest Zinsfrei zu sein.

Nur wird vom "Wutbürger" munter alles, was Finanzpolitk angeht in einen Topf geworfen. Bundes-, Landes- und Kommunalhaushalte und entsprechende Ausgaben werden wild drucheinandergewürfelt und Äpfel mit Birnen verglichen. Es werden zB Kommunal zu bewältigenden infrastrukturelle Baumaßnahmen mit den Bundesausgaben für die Ausrüstung der Bundespolizei oder ähnliches ich aufgewogen.

Diese Debatte hat unglaubliches Potential ein Gefühl der Ungerechtigekeit hervorzurufen und die Wut bzw. Unverständnis der Bürger richtet sich an den falschen Adressaten. Bei der AFD spielen doch klassische landespolitische oder kommunalpolitische Inhalte überhaupt keine Rolle. Die AFD besetzt zwei sehr emotionale Themen (Eurokrise und Flüchtlingskrise) und beantwortet Fragen, die eine hochkomplexe internationale Lösung erfordern sehr einfach damit, dass Deutschland am besten eine Mauer um sich ziehen sollte, weil wir alles am besten alleine können und die Schnorrer von woanders da bleiben sollen wo sie sind. Wenn der Afrikaner zu Blöd zum Ackerbau ist, ist das nicht unser Problem (In Clausnitz würde man jetzt wild jubeln).

Leider kann man internationale Krisen niemals auf nationaler und schon noch weniger auf landespolitischer Ebene lösen. Das haben die AFD Wähler leider nicht verstanden. Oder wie kann man einen landespolitischen Wahlerfolg einer Partei erklären die lediglich Themen besetzte die die Kompentezen der Landespolitik kaum bis gar nicht tangieren?

Ich hoffe, dass die richtigen Politiker, denn das sind Höcke und Co in meinen Augen nicht, irgendwann aufwachen und erkennen, welche Themen die Wähler interessieren und entsprechend aufklären. Ich glaube uns steht nun eine Zeitenwende bevor. Entweder geht es in Richtung rechtsruck und die dummen gewinnen und hinterher hats keiner kommen sehen oder wir werden eine neue Ära an ehrlicher Politik erleben. Denn nur mit bedingungsloser Offenheit, Transparenz und Ehrlichkeit kann man den geistigen Brandstiftern das Wasser abgraben. Wir befinden uns am Wendepunkt, wo die brandstifter es schon so weit in die Köpfe des Stimmviehs geschafft haben, dass jede kleine Unschlüssigkeit in der Argumentation der Mächtigen als Basis für eine Verschwörungstheorie ausreicht. Nun liegt es an denen ihre Argumente so wasserdicht zu verständlich zu machen, dass der Brand gelöscht werden kann. Das wird ein ganzes Stück harte Arbeit, sich das verlorengegangene Vertrauen bei gesteigerten politischem Interesse aber auch einem sehr hohen Maß an Mistrauen zurückzuholen.

Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht.
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Auf dem Weg vom “steifen Stück” zum geschmeidigen Leopard
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