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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Da fasse ich mir echt an den Kopf…
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Alt 13.06.2016, 20:22   #2174
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 24.940
Zitat:
Zitat von zappa Beitrag anzeigen
Gut beschrieben ... und der wissenschaftsüberzeugte Atheist ist dabei nicht unbedingt der "bessere" oder "klügere", der sonst wie "lebensfähigere" Mensch.
Das sehe ich anders. Mich würde interessieren, wie Du das begründest.

Gestern sind in Orlando 50 Menschen willkürlich erschossen wurden, heute warf eine Mutter in Deutschland ihre drei kleinen Kinder aus dem zweiten Stock auf die Straße, neulich verbrannte eine Mutter die eigene 16-jährige Tochter bei lebendigem Leibe. Geht es nur mir so? Man denkt im ersten Moment, die Täter müssen entweder verrückt geworden sein, oder es steckt etwas Religiöses dahinter.

Bezogen auf ganze Gesellschaften sind neben dem Nationalismus religiöse Ideen wie der Katholizismus oder der Islamismus echte Gefahren für die betroffenen Gesellschaften, sobald diese Ideen ausreichend Macht haben. Was die Lebensfähigkeit der gesamten Menschheit betrifft, stehen religiös motivierte Konflikte aus meiner Sicht auf der Seite der Probleme, nicht der Lösungen. Warum sonst sind wir alle dagegen, dass der Iran Atomwaffen besitzt, während uns das im Fall von Dänemark oder Australien weit weniger Sorgen bereiten würde?
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Was wollen wir unter dem Begriff Klugheit verstehen? Es ist nicht allein die Anwesenheit von Wissen. Aristoteles soll äußerst klug gewesen sein, dennoch wusste er vergleichsweise wenig. Ihn deshalb als dumm zu bezeichnen, wäre allerdings falsch. Klugheit darf man nicht mit Wissen verwechseln. Wir haben kein Kriterium um zu entscheiden, ob ein Theologe oder ein Physiker "klügeren" Gedanken nachgeht.

Wie ist es mit dem Wissen? Nach meinem Verständnis, das falsch sein kann, hat diese Diskussion gezeigt, dass wir nicht wissen, wie die Bibel auszulegen sei. Widersprechen sich zwei Auslegungen, lässt sich nicht entscheiden, wer recht hat. Ferner gibt es kein Kriterium zu entscheiden, welche der zahlreichen Religionen richtig ist, und noch schlimmer: welche falsch sind. Vor diesem Hintergrund der Unsicherheit scheint es mir fraglich, ob man religiöses Wissen überhaupt als Wissen bezeichnen kann. Oder was dieses Wort bedeuten soll, wenn man es tut.
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Ich denke, dass die meisten von uns, vielleicht sogar alle, sich bemühen gute Menschen zu sein. Glaube hat aus meiner Sicht jedoch grundsätzlich eine moralisch bedenkliche Seite. Nehmen wir als Beispiel, was sich alle Religionen der Welt über die angebliche Minderwertigkeit der Frau einbilden. Wer kategorisch etwas glaubt, und jede Notwendigkeit, das sachlich begründen zu müssen, ablehnt, handelt nach meinem Verständnis nicht moralisch. Es gibt keine Moral, ohne Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.
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In unserer religiös sehr gemäßigten westlichen Welt verwässern sich die Gegensätze zwischen Religion und Wissenschaft glücklicherweise stark. Ich kenne niemanden, der im praktischen Leben ganz auf der Seite der Religion wäre. Deshalb halten wir als Gesellschaft (oder in diesem Forum) solche Debatten aus. Ich bin immer wieder froh in einem Land zu leben, in dem absolute Wahrheiten wenig Autorität haben.
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