Ich versuche, das Beste draus zu machen. Zwar habe ich mir zuvor fast in die Hose gepieselt, aber nun habe ich tatsächlich mal bei einem Fahrradrennen mitgemacht.
Mein erster Versuch ging leider voll in die Hose, weil ich nach 7 Kilometern einen Platten hatte, der Besenwagen mich aber übersah, weshalb die die Beschilderung und Strassenposten eingesammelt haben. Irgendwann wusste ich dann nicht mehr, wo das Feld war und musste zurückfahren. Das war denen natürlich recht peinlich, und ich war etwas stinkig, da es ausnahmsweise ein längeres Rennen über knapp 100 km war. Die meisten liegen ja eher bei 60-80 Kilometern.
So auch am letzten Wochenende, wo es 5 Runden a 15 Kilometer waren. Die Nacht vorher konnte ich vor Aufregung nicht richtig schlafen, da bin ich leider etwas merkwürdig. Ich mag es zwar ausgesprochen gerne Rad zu fahren, habe nur keine Ahnung, wie ich am Vergleich zu reinen Radfahrern liege. Ausserdem ist es ungewohnt, in den dichten Feldern mit den plötzlichen Accelerationen zu fahren.
Ging auch gleich beim neutralen Start los, als eine eher ältere Dame versuchte, zwischen dem "Startauto" und dem Feld, das mit 50 durch den Ort fuhr, eben gerade noch von rechts durchzukommen. Das Geräusch von 111 quietschenden Bremsenpaaren war recht "intensiv". Ein paar Kilometer später war es dann ein Labrador, der versuchte über die Strasse zu kommen... Zum Glück passierte nichts weiter.
Für mich wurde es bei einer Links-Kurve interessant, als ich in der Kurve sanft aber bestimmt an der Hüfte weiter hinausgeschoben wurde, wo aber Kies lag. Blitzschnell musste ich zwischen "auf die Schnauze fliegen" und "auf das Maisfeld fahren" wählen. Aufgrund des zum Glück fehlenden Grabens wurde es das Maisfeld, das fast auf demselben Niveau wie die Strasse lag. Leider konnte ich nicht so ohne weiteres wieder auf die Strasse kommen, obwohl ich "im (Mais-)Feld" weiterfahren konnte. Also runter vom Rad, wieder rauf auf die Strasse und hinter der ersten Gruppe hergefahren. Die hatte inzwischen einige hundert Meter Vorsprung und war dabei zu versuchen, 2 Ausbrecher einzuholen. Von daher ging da fast eine ganze Runde, bis ich wieder erstmal hinten dran an der Gruppe war. Luft geholt und weiter nach vorne gefahren. Die 2 ersten hatten einen grösseren Vorsprung herausgefahren und keiner machte irgendwie Anstalten zu versuchen, zu denen nach vorne zu fahren. Von daher dachte ich (na ja, einmal biste zur Gruppe hochgefahren, dann kannste ja auch gleich versuchen, von denen wegzukommen. Das sah auch erst so aus, als würde es gelingen, allerdings waren die langen offenen Abschnitte mit reichlich Wind allein nur schwer zu bewältigen. Nach einiger Zeit hatte mich die ca. 25-30 Mann-Gruppe wieder eingeholt. Es sah wieder so aus, als würde nichts passieren, was mir eindeutig zu langweilig war. Es gab noch einen anderen vom Triathlon-Klub, der auch mit dabei war. Wir nickten kurz einander zu und fuhren los - und kamen weg, zusammen mit 2 anderen. Von Anfang an funktionierte die Zusammenarbeit gut, und wir konnten einen guten Vorsprung herausarbeiten. Die ersten beiden hatten aber 2 Minuten Vorsprung, zu denen kamen wir nicht mehr hoch. Auch wenn das hier normalerweise eher flach ist, haben die tatsächlich ein paar Hügel finden können, an denen es immer interessant wurde und abzusehen war, das hier in der letzten Runde etwas passieren würde. Und ganz richtig, der 20-Jährige Lizenzfahrer fuhr von uns weg. Kurz darauf war es dann "der Andere", der sich losriss. Ich konnte nicht richtig folgen, allerdings wurde mein Klubkammerat dabei abgehängt. Im Ziel trennten uns dann nur knapp 10 Meter, aber ich war extrem zufrieden mit meinem 5. Platz in meinem ersten Rennen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich als (in ein paar Tagen) 50-jähriger Dieselmotor da noch mit dabei sein könnte. Einfach nur mitfahren und auf einen Sprint setzen wird aber nie mein Ding werden. Die nächsten Rennen, nicht zuletzt GFNY Deutschland, sind schon gebucht.
Bis denne, Michael