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Ich hab mir das gerade bildlich vorgestellt und es gefällt mir!
Zum Thema: Die Schematisierung ist eine der Grundlagen der systematischen Leistungssteigerung. Ohne geht es nicht, da nicht jeder mit dem optimalen Körpergefühl ausgestattet ist, um sein Training selbst zu gestalten. Deswegen muß man als Trainer irgendwie eine Azahl von Schablonen bereit haben, in die dann der Sportler so gut wie möglich paßt. Diese Schablonen sind Erfahrungswerte, die aus einer Vielzahl von Erfahrungen gebildet werden. Je höher das Niveau ist, desto weniger paßt man in eine Schablone. Dein Training zu planen ist wesentlich anspruchsvoller als das eines Anfängers, bei dem schon die bloße Umfangssteigerung zu besserer Leistung führt. Aber auch Anfänger und Profi sind Schematas. Auch dein Training folgt einem Schema und die dazugehörige Belastungseinschätzung ebenfalls, denn sonst würdest du jeden Tag die Schuhe anziehen und nach Gefühl loslaufen.
Mir geht es genauso wie dir, es passiert auch, das jemand einen Plan zu 100% erfüllt und das Ergebnis nicht befriedigend ist. Aber sobald dein Schema mehr als 50% Erfolgsquote hat, ist es gut.
Ich muß ja irgendwie ein System finden, das für mich als Trainer wirtschaftlich vertretbar ist. Leider übertrete ich die Grenze zur Unwirtschaftlichkeit ab und zu, aber da steht mir mein Ehrgeiz eben im Weg.
Zur Theorie: Das mit dem Endspurt ist ja eines der Argumente von Noakes. Ich kann dir auch noch eines geben. Ich kann fast jeden Leistungstest durch falsche Angabe der Reststufendauer manipulieren. Sobald ich dem Probanden ein Ziel gebe, das greifbar ist, wird er fast immer noch eine Schippe drauflegen.
Aber was denkst du, was PNF's Körper vor ein paar Jahren zu einem Endspurtversuch am Alii Drive gesagt hätte. Es waren ja nur noch 400m. Wenn die Energie weg ist (in ihrer physikalischen Form), dann ist der Ofen aus. Wenn die Ermüdung des ZNS der Grund für den Leistungsabbruch ist oder Laktatanhäufung oder oder oder, dann greift die Theorie sehr gut.
Ich darf jetzt noch ein paar Stunden mit meiner besseren Hälfte radfahren gehen, bin morgen wieder dabei. Und fall nicht vom Balkon.
Gruß
Jürgen
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