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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Flüchtlingsdrama im Mittelmeer....
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Alt 18.01.2016, 23:29   #3094
qbz
Szenekenner
 
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Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.790
Zitat:
Zitat von Triasven Beitrag anzeigen
Ganz genau.
Und je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr stimme ich Arne zu. Unsere Gesellschaft ist wundervoll tolerant, bunt und gleichberechtigt geworden.

Überhaupt nicht mehr vergleichbar mit dem patriarchisch geführten Deutschland der 1950-1970er Jahre.

Aber vielleicht fiel es "uns" deshalb auch damals wesentlich einfacher muslimisch (patriarchisch) geprägte Einwanderer so unkompliziert aufzunehmen.

Und vielleicht sind wir heute einfach nicht mehr gewillt, Glaubensbrüder aufzunehmen, die ein anderes Toleranz- und Gleichberechtigungsgefühl haben.

Allein die Diskussion um die "Herdprämie" lässt doch erkennen, dass "die Frau" des 2016er Deutschlands anders emanzipiert ist als die "1950er Frau".

Oder anders gesagt, vielleicht will der "gemeine Deutsche" keine Muslime hier haben. Weil er sich schlicht anders entwickelt hat.
Er will es selbst dann nicht, wenn alle Migranten extrem integrationswillig sind und dies auch bekunden.

Das mag man gut oder schlecht finden. Man kann es nur nicht einfach so mit einem Wink auf die Vergangenheit ausblenden oder gar beschwichtigen.

"Uns" zu überzeugen, dass es eine gute Sache ist, Flüchtlinge in diesem und in dem zu erwartenden Umfang reibungsarm aufzunehmen, ist die Mammutaufgabe.

Und nicht die Flüchtige davon zu überzeugen, dass sie auch Ihren Anteil daran stemmen müssen.

Denn ich denke, dass 2. genannte Gruppe wesentlich eher dazu bereit wäre.
Hast Du die 50,60,70 Jahre erlebt? Als jemand, der 47 geb. ist, stimme ich Dir zu, dass sich die Gesellschaft in DE vor allem nach 68 in kultureller Hinsicht veränderte. Dass das Familienmodell in den 50zigern mehrheitlich patriarchalisch geprägt war, führte aber nach meine Erlebnissen und Erfahrungen nicht dazu, dass Zuzug aus muslimischen Ländern damals deswegen (un)willkommener war wie heute. Die Gründe, weshalb DE unter dem Wirtschaftsminister Erhardt Arbeitskräfte vowiegend aus der Türkei anwarb und nicht mehr wie davor aus Spanien, Italien, Griechenland hatte ausschliesslich ökonomische sowie politische Gründe, die zur Wahl der Türkei führten. Mehr zur türkischen Einwanderung zusammenfassend hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Einwan...ik_Deutschland

Helmut Schmidt: „Im Grunde genommen ging es ihm [dem damaligen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard] darum, durch Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte das Lohnniveau niedrig zu halten. Mir wäre stattdessen lieber gewesen, die deutschen Löhne wären gestiegen.“[5]

Damals handelte es sich um angeworbene Arbeitsmigranten, heute um Asylbewerber. Daraus folgen doch in erster Linie die unterschiedlichen politischen Bewertungen (Arbeitsmigration / Asylgesetz). Der Michel reagierte jedoch genauso skeptisch auf die ersten Arbeitsmigranten (Lohnkonkurrenz), den Familienzuzug wie auf die heutigen Flüchtlinge.
"In einer Infas-Umfrage plädierten im Jahr 1982 58 % der Deutschen dafür, die Zahl der Ausländer zu verringern." Und Helmuth Kohl (ein grosser Patriarch) wollte die Anzahl der Türken mit Rückkehranreizen (Geld) verringern, was jedoch misslang.

Was ein türkischer Einwanderer übrigens als Arbeitsmigrant alles an Negativem erlebte, recherchierte damals Wallraff Anfang der 80ziger. Berichte aus den 60zigern sehen da nicht viel anders aus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ganz_unten
und
Der Patriarch Alfred Tetzlaff über die Türken :-) :-) . (aus einer Fernsehserie in den 70zigern)

Geändert von qbz (18.01.2016 um 23:58 Uhr).
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