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Zitat von dude
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Die allgemeinen Dosierungsempfehlungen bei Nierenerkrankungen oder Anämie vor Operationen mit erwartbarem exzessivem Blutverlust stehen auch in der Packungsbeilage oder in Nephrologie-Lehrbüchern, aber
dort steht nicht, wann man Epo absetzen muss, um in einem Antidopingtest negativ zu sein bzw. wie man es nutzen muss, um keine Auffälligkeiten in der Retikulozytenzahl zu erzeugen. Da braucht es dann schon Spezialwissen.
Weil derartiges Wissen durchaus nicht trivial und allgemein verfügbar ist, haben die Epo-Test bei GFNY-Rennen hinsichtlich dopender Amateure exzellente Erfolgsaussichten, wie du aus Erfahrung weißt, während bei Profis kaum noch jemand mit positiven Wettkampftests den Fahndern ins Netz geht.
Natürlich gibt es genügend Jugendliche, die gedankenlos mit Drogen experimentieren, ohne sich über Folgen Gedanken zu machen und vielleicht hat der Kerl einfach nur Glück gehabt bei bisherigen Dopingtests (falls diese überhaupt statt gefunden haben). Immerhin war er ja doof genug, eine Epo-Ampulle im Trainingslager offen rumliegen zu lassen, so dass sie der Vater eines Teamgefährten gefunden hat- sonst wäre er ja nicht aufgeflogen.
Andererseits kennst du die allgemeinen Strukturen im Radsport besser als ich, Uli: Für wie wahrscheinlich hältst du selbst bei einem 18-jährigen Jungprofi eine reine Einzeltäterhypothese?