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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Tut Dude den Dopern einen Gefallen?
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Alt 25.08.2015, 16:17   #40
Hafu
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von chris.fall Beitrag anzeigen
...
1. Offensichtlich ist der Leistungssport nicht durch die Dopingproblematik gefährdet. Trotz rund dreißigjähriger Historie von Dopingskandalen(1) läuft das "business" nicht nur "as usual" sondern immer besser. Die TDF wird z.B. wieder übertragen, die Fernsehgelder steigen jedes Jahr in neue unfassbare Höhen.]
Falsch. Die Leichtathletik ist wirtschaftlich am Boden, genauso wie der Radsport. Das wird dir jeder ambitionierte Leichtathlet bestätigen können ebenso wie auch die wenigen verbliebenen Organisatoren von Leichtathletikmeetings (das waren in den 80ern und 90er Volksfeste mit z.T. 6-stelligen Antrittsgagen für die Topathleten)
Die Nr.1-Sportart in der das Geld auch heute ungebremst und mit wachsender Tendenz fließt ist alleine König Fußball (und mit deutlichen Abstrichen noch die US-amerikanischen Profiligen sowie Golf)

Zitat:
Zitat von chris.fall Beitrag anzeigen
...
2. Niemand wird betrogen. Weder die Zuschauer/Fans, denn sie erwarten gar keinen dopingfreien Sport mehr (s.o.), noch die Athleten selber. Wenn die "eh alle voll sind", herrscht ja Chancengleichheit.
]
Falsch!
Wenn ich mir heute Triathlon ansehe (oder irgendwo als Athlet selbst mitmache), dann erwarte ich sauberen Sport zu sehen,
Das war vor 20 Jahren noch ganz anders. Damals gab es null Trainingskontrollen und nahezu 0,0 Wettkampfkontrollen. Ich bin während meiner Profizeit in den 90ern ein einziges Mal kontrolliert worden (in Podersdorf 1993). In Roth, in Lanzarote, in Zürich gab es damals gar keine Kontrollen, nicht mal für die Sieger (in Kona soweit ich weiß auch nicht).
Vor 10 Jahren gab es dann das große Umdenken im Triathlon durch zahlreiche Dopingfälle (Schumacher, Kraft, Vuckovic, Leder, Zäck, Hundertmarck, Hempel, McMahon, Hütthaler, Weiss). Da wurden Olympiasieger, Olympiamedaillengewinner und etliche Iroman-Sieger erwischt. Nicht alle Dopingfälle wurden damals zur Zufriedenheit aufgearbeiten, weil teilweise die antidopingreglements in den Sportordnungen noch nicht genügend rechtssicher formuliert waren, aber diese Fälle waren ein Weckruf für die Verbände. Danach wurde ein System flächendeckender Trainingskontrollen, Blutpässe, Elite-Lizenzen etabliert, dass im Profisport seinesgleichen sucht. In keiner Sportart wird gemessen an der Anzahl der Kaderathleten und der aktiv Sporttreibenden heute auch nur annähernd soviel getestet, wie im Triathlon.

Und das Resultat? seit rund fünf Jahren gibt es trotz (oder wegen?) der vielen Kontrollen keinen prominenten Dopingfall mehr ím Profi-Triathlon.
Wenn du diesen gravierenden Unterschied nicht siehst, bist du mit den Details unseres Sports nicht wirklich vertraut.

Ich bin überzeugt, dass die IAAF viel von den Strukturen im Triathlon lernen könnte, wenn die dortigen Funktionäre kritikfähig wären. In der ITU, DTU oder im BTV muss auf jeden Fall kein Funktionär sich Sorgen um seine Karrierechancen machen, wenn er für einen glaubwürdigen Antidopingkampf eintritt!

Zitat:
Zitat von chris.fall Beitrag anzeigen
...
3. Hochleistungssport ist ohnehin ungesund. Wenn "die" sich ihre Gesundheit noch schneller ruinieren wollen, können "sie" das das von mir aus gerne. Selbiges gilt erst recht für die Schwachköpfe, die das für den 311. Platz in der AK tun (2). ]
Bei der Anzahl an fast 40-jährigen oder sogar über 40-jährigen Profitriathleten (Crowie, Niedrig, Bracht) lässt sich diese These, dass Hochleistungssport Raubbau am Körper ist, schwer aufrechterhalten.

in wirklich ungesunden Sportarten wie Fußball oder Tennis wäre es undenkbar, dass 40-jährige immer noch in der Spitze mitmischen.


Zitat:
Zitat von chris.fall Beitrag anzeigen
...

=> Lasst mich endlich mit diesem sinnlosen Gezetere in Ruhe und gebt es frei! Seit dreißig Jahren (s.o.) immer mehr Geschrei, immer mehr Kontrollen, immer härtere Strafen. Und was hat es gebracht? NICHTS.
Es hat sich sehr viel getan in den letzten 10 Jahren. Man muss nur gewillt sein, die Veränderungen auch zu sehen und sich differenziert mit den zur Verfügung stehenden Zahlen auseinander zu setzen.



Zitat:
Zitat von chris.fall Beitrag anzeigen
...
(2) Ich halte die Dopingproblematik im Hobby/Amateurbereich wegen der
faktisch gar nicht stattfindenden Kontrollen für noch größer. Aber das nur mal am
Rande.
[/size]
Bei der letzten Deutschen Meisterschaft Kurzdistanz in Düsseldorf (eine reine Amteurmeisterschaft) wurden nahezu alle Erstplazierten und jeweils noch ein zusätzlich ausgeloster nach Zieleinlauf getestet.
Mit rund 20 anderen Athleten saß ich damals noch stundenlang in der Lobby des Landtags rum, bis ich endlich genug getrunken hatte, um wieder pinkeln zu können.
Selbst bei Bayerischen Meisterschaften finden heutzutage Dopingkontrollen statt. Das wäre im Triathlon der 90er undenkbar gewesen.

Geändert von Hafu (25.08.2015 um 16:22 Uhr).
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