gemeinsam zwiften | youtube | forum heute
4 Radtage Südbaden
Triathlon Trainings-
lager Südbaden
Triathlon Trainingslager Südbaden
Keine Flugreise
Deutschlands wärmste Gegend
Kilometer sammeln vor den Wettkämpfen
Traumhafte Trainingsstrecken
Training auf dem eigenen Rad
04.-07.06.2026
EUR 299,-
triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Beruf, Kind, Frau, Hausbau und Training
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 28.07.2015, 15:26   #54
dwed
sagt "Hallo allerseits!"
 
Registriert seit: 22.04.2009
Beiträge: 9
Da will ich doch mal etwas aus meiner Erfahrung schreiben. Sorry ist etwas lang geworden, fast aber auch ca. 20 Jahre zusammen.

Es ist meiner Meinung nach eine Frage der Prioritäten und Ansprüche. 50 Stunden Arbeitswoche (incl Arbeitsweg), Hausbau, Familie mit Kinder(n) und Langdistanz wird sich wohl kaum koordinieren lassen, ohne das es Probleme gibt. Aber muß es immer alles sein? Also sollte man Prioritäten setzen und auch über die Konsequenzen nachdenken. Das was permanent auf dem letzten Platz steht, gibt es irgendwann nicht mehr!

Bei mir hat es viele Jahre mit Arbeit, Haus und Familie zu einer OD gereicht. Mehr nicht, aber der Sport war und ist für mich der Ausgleich.
Meine Kinder sind inzwischen 18 & 20, ich bin immer noch verheiratet und das Haus ist mehr oder weniger fertig (Häuser werden nie zu 100% fertig). Und die Anmeldung zur OD war der Anreiz überhaupt zu trainieren. Wie kann so etwas funktionieren?

Zitat: Heike Funk gewinnt 2003 die OD in Erding. Die Antwort auf die Frage, wie sie das Training mit 3 Kindern organisiert: " Ich fahre jeden möglichen und nötigen Weg mit dem Radanhänger."

Ich habe einen ähnlichen Weg gewählt, Arbeitsweg mit dem Fahrrad. Entweder in die Firma oder zur S-Bahn. Das bringt ganz schnell 2000 km im Jahr, die schon mal eine gute Grundlage für die OD legen und das so nebenbei. Verhindert auch Gewichtsprobleme. Wer täglich 50 km (einfach) mit dem Auto fährt, darf gern einmal rechnen ob nicht eine andere Arbeit mit 10 km Radweg die günstigere Lösung ist. Da kann ich sogar eine Arbeit nehmen, die im Monat 1000€ netto weniger abwirft, weil ich auf das 2. Auto verzichten kann :-) Klar, es gibt Tage, da macht das Radeln nicht so Spaß. Aber auf dem Rad ist es meist nicht so schlimm, wie es beim Blick aus dem Fenster aussieht. Auto fahren ist auch nicht immer lustig und oft nervig. Bequem meistens.

Dann heißt es hier viel zu oft: Kinderbetreuung oder Training. Das läßt sich wunderbar kombinieren. Radanhänger oder Babyjogger gibt es heute in einer unglaubliche Auswahl. Viele Kinder schlafen wunderbar, wenn sie draussen bewegt werden. Die Tochter von Freunden hat ihren Mittagsschlaf jahrelang im Daunenschlafsack in einer Pulka (= flacher Schlitten) beim Langlauf gemacht. Lösungen suchen, keine Probleme!
Im Sommer kann man das Abendessen als Picknick am See machen. Mit Radanhänger hin, schwimmen für alle und auf dem Rückweg viel Spaß mit den Rufen "Schneller! Schneller"! aus dem Hänger. Oder es gibt auf dem Heimweg ein Familienwettrennen. Wer ist zuerst Zuhause? Mit Hänger auf dem kurzen Weg, ohne Hänger mit einem kleinen Umweg. Oder eine(r) radelt, eine(r) läuft.

Schon mal mit Kindern Stabitraining gemacht? Für die meisten Kinder ein toller Spaß, wenn man mit ihnen am Boden turnt.
- Rückenlage und Kind nach oben stemmen,
- Seitenlage und Kind klammert sich ans Bein und dann Bein heben
- Kind in stabilem (!) Wäschekorb schaukeln
- Rückenlage, Bauchmuskeln anspannen und Kind balanciert auf dem Bauch
- Kind balanciert auf dem Rücken, ersetzt jede black roll (war damals noch nicht erfunden)
Da findet sich für jedes Kinderalter was.

Später können die Kinder mit dem Rad oder Inlinern mitkommen, wenn man laufen geht. Dabei kann man auch Schul- oder Kindergartenprobleme bereden. Oft besser als Zuhause. Und der Weg zum Kindersport oder zur Musikschule oder Freunden oder... wird laufend oder per Rad erledigt. Die Zeit bis zum Abholen ist dann Trainingszeit, der Rückweg dann wieder Redezeit. Bewegung für Kinder ist wichtig, für Eltern auch. ( Ey Vater geh mal laufen, du bist heute wieder so nervig. )

Das ist zwar kein Trainingsplan, aber für eine Grundlage reicht es. Mit wenigen speziellen Einheiten läuft dann die OD schon recht gut. Ohne auch.
Für eine Mitteldistanz wird es wohl auch reichen, habe ich aber nie probiert.

Auch Trainigslager mit Kindern geht gut. Man suche sich eine befreundete Familie in ähnlicher Lage für gemeinsamen Urlaub. Einer wandert mit allen Kindern zum nächsten See und findet Tiere, Bäume, Wasserfälle...Spielt an Bächen, balanciert usw. Die anderen Eltern nehmen das Rad mit 1000 hm und einem Trail oder... und am See trifft man sich wieder. Am nächsten Tag wird gewechselt. --> jeder hat mal Ruhetag und die Kinder jeden Tag einen neuen interessanten Betreuer. Die werden so schnell groß, da hat man noch nicht mal alles gemacht, was man wollte ;-)
Bei einer Bergwanderung hängt der Trainingseefekt auch nur davon ab, wieviel Gepäck für die Kinder im Rucksack der Eltern ist.

Später kommen die Kinder ganz von allein mit, wenn man radeln oder laufen geht. Das größte Risiko ist, das man irgendwann abgehängt wird. Kommt meist früher als man glaubt.

Also Ideen und Möglichkeiten mit Spaß für alle suchen und es funktioniert.

Viele Grüße, Dirk
dwed ist offline   Mit Zitat antworten