Ich arbeite in der Nähe einer riesigen Flüchtlingsunterkunft beim Hambruger Volkspark und gehe da auch sehr oft laufe. Ich habe noch nie eine Konfliktsituation erlebt. Natürlich gibt es hin und wieder Stress wenn viele verzweifelte Menschen auf engstem Raum aufeinander leben, aber das ist mMn überschaubar. Über unangeleinte deutsche Schäferhunde muss ich mich jedenfalls deutlich öfter ärgern.
Ich wohne in Hamburg in einer Gegend mit hohem Ausländeranteil. Die jugendlichen, die in der "Hood" Probleme machen, sind: Deutsche, Türken, Russen, sonstwas. Aber ganz weit vorne beim Stress machen sind meisten Deutsche, Hartz IV in zweiter Generationen. Die deutscheste Familie bei uns im Haus sind meine türkischen Nachbarn, die als erste schimpfen wenn das Treppenhaus nicht ordentlich geputzt ist.
In meiner Abteilung bei der Arbeit habe ich Italiener, Spanier, Inder, einen Afghanen, eine Russin, eine Kollegin ist aus Trinidad - das ist total super, und wir wüssten auch nicht wie wir unsere offenen Stellen nur mit Deutschen besetzen sollten.
Multikulti ist kein alberner Traum von spinnerten Linken sondern einfach Realität. Und ich find's super.
Die meisten, die immer so lautstark gegen alles mögliche meckern, was angeblich von irgendwelchen "linken Gutmenschen" kommt, suchen einfach nur einen Sündenbock für ihre eigenen Probleme, die sich nicht geregelt bekommen, so schaut's aus. Schuld sind dann wahlweise "Ökos", Muslime", oder eben einfach "die Ausländer". Das ist nichts anderes als auf die eintreten, denen es noch schlechter geht, und die einem angeblich was wegnehmen.
Tipp:
geht mal auf´n Kaffee bei Ali und Fatma statt die ganze Zeit vor irgendwelchen Internetrassistenblogs zu hocken.
Sorry, das war jetzt lang, aber musste mal raus. Das Alltagsrassismus schon wieder so salonfähig ist und so wenig Widerspruch erfährt kotzt mich nämlich maßlos an. (BTW, ich bin Bayer in Hamburger, ein härteres Migrantenschicksal gibt es nicht!)