Zitat:
Zitat von Klugschnacker
So einfach ist das nicht.
Was ist mit einem Vater, der vor 50 Jahren seine Kinder geohrfeigt hat, um sie zu rechtschaffenen Menschen zu erziehen? Er sah die Ohrfeigen als kleines Übel, um ein größeres Gutes zu erreichen. Davon war er fest überzeugt – handelte er gut oder schlecht?
Zweites Beispiel: Darf man einen Menschen töten, um dadurch vielen anderen Menschen das Leben zu retten? Auch hier stellt sich die Frage, ob man Böses tun darf, um Gutes zu erreichen. Solche moralischen Zwickmühlen sind sehr schwierig zu bewerten.
Die Terroristen, um die es hier geht, sind vermutlich felsenfest davon überzeugt, für das Gute zu kämpfen und gehen dafür bis zum Äußersten. Sie sehen das für sie maßgebliche Recht, das des Dschihad, auf ihrer Seite. Nach ihrer eigenen Auffassung haben sie gute Taten vollbracht. Nach unserem Wertesystem haben sie sich böser Taten schuldig gemacht. Wie will man nun entscheiden, welches Wertesystem richtig ist?
Sofern man zwei religiös motivierte Wertesysteme vergleicht, gibt es keine Möglichkeit zu bestimmen, welches von beiden richtig ist und für das Gute steht. Denn Gut und Böse haben wie gesagt nur innerhalb des jeweiligen Wertesystems eine Bedeutung. Mohammed Atta und seine Mitstreiter der Hamburger Zelle waren weder verrückt noch dumm oder schlecht. Sie glaubten fest an das Gute ihrer Tat und waren bereit, ihr Leben dafür zu geben – für sich genommen ein ergreifender Akt der Selbstlosigkeit. Damit will ich ausdrücken, dass wir nicht den einzelnen Täter, sondern allgemein religiös motivierte Wertesysteme hinterfragen sollten.
Grüße,
Arne
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Grundsätzlich hast Du mit allem Recht. Aber so einfach möchte ich den Einzelnen den doch nicht aus der Verantwortung entlassen. Ich befürchte wir tun uns hier immer so schwer weil es sich um religiöse Fanatiker handelt und wir unterstellen, dass es Menschen gibt die den gleichen Glauben haben aber daran eben nichts schlimmes ist. Wenn wir den Nationalsozialismus als "Religion" sehen würden müssten wir auch sagen, gut da gab es einige Verrückte die es (aus ihrer beschränkten Weltsicht sogar noch zu "Recht") zu weit getrieben haben, aber die anderen sind ja nicht gefährlich die leben ihren "Glauben" ja friedlich.
Beim Nationalsozialismus besteht absolute Einigkeit das dieses Gedankengut, diese Weltanschauung, diese Wertvorstellung nicht vereinbar ist mit dem friedlichen Zusammenleben der Völker. Die Frage die sich uns stellt, ist das Gedankengut des Islam mit der Wertvorstellung eines friedlichen Zusammenlebens "ALLER VÖLKER" vereinbar?
Jetzt zur Verantwortung des Einzelnen, in unsere Zeit ist es nahezu jedem Menschen möglich sich aus Informationen ein Bild davon zu machen was ich als weltweit anerkannten Kodex von Moralvorstellungen verstehe. Jeder kann begreifen das das Töten von anderen Menschen falsch ist. Es gibt unveräußerliche Menschenrechte, dieser Verantwortung muss sich dann schon jeder Mensch stellen. Ich glaube das es uns mit Kriegsverbrecher Prozessen u.a. gelingt dies auch deutlich zu machen. Konstellationen die immer wieder schwer zu beurteilen sind bleiben davon natürlich unberührt. Z.B. wo beginnt aktuell eher das Notwehrrecht der Israelis oder das der Palistinänser? Bestimmte Dinge wird man nie für alle nachvollziehbar "klären" könnnen. Der Beschuß eines unter UN Schutz stehenden Gebäudes mit Flüchtlingen ist aber glaube ich einfach zu bewerten. Die Taten der ISIS im Iraq sind auch relativ einfach zu bewerten, schlicht Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sollten auch so geahndet werden.
Ein richtiges Faß kann man übrigens auch aufmachen wenn man sich fragt, warum konnte der Nationalsozialismus in Deutschland relativ erfolgreich beseitigt werden? Mit dieser Frage kann man sich mal dem Gedankenspiel annähern was muss passieren, damit der Islamismus beendet wird.