gemeinsam zwiften | youtube | forum heute
4 Radtage Südbaden
Triathlon Trainings-
lager Südbaden
Triathlon Trainingslager Südbaden
Keine Flugreise
Deutschlands wärmste Gegend
Kilometer sammeln vor den Wettkämpfen
Traumhafte Trainingsstrecken
Training auf dem eigenen Rad
04.-07.06.2026
EUR 299,-
triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Training am frühen Morgen
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 29.05.2014, 16:01   #1562
flachy
Szenekenner
 
Benutzerbild von flachy
 
Registriert seit: 02.08.2007
Ort: Lausitz
Beiträge: 3.285
Dieser Männertag startete ja perfekt wie aus dem Buch der Alpträume für Outdoorfreaks!

Ende Mai ist ja allseits bekannt als die Primetime der tollsten Sonnenaufgänge bei mildesten Frühlingslüften, Blütenduft und Vogelzwitschern allüberall!
Eigentlich!

Schnitt, Blende auf die Lausitz am 29. Mai, 04:40 Uhr:
Es ist noch so dunkel, dass ich die Druckanzeige meiner Standpumpe auf dem Hof auf 0,5m Entfernung nicht entziffern kann und ich daraus schlussfolgere, dass der örtliche Verkehrspolizist mir in dieser Dunkelheit dieses Mal wohl nicht meinen Frühsportbeklopptenbonus einräumen und mich eher recht zeitnah von der Straße winken wird.
So verschiebe ich meinen Start auf 5 Uhr und während ich warte und aus der Kellertür heraus die Fallrichtung des Dauerregens studiere, entscheide ich mich (gottseidank!!!), heute statt dem gewienerten Höllenbike mit dem Winter-Madone in den Regen gegen die Strömung raus zu demmeln.
Und wenn schon Winter untenrum, denn schon auch obenrum!
Und so rolle ich mit dem Fünfuhrläuten bei kaum 5°C und fiesem Dauerregen in meiner kompletten Wintergarnitur inkl. Fleecemütze, 5mm Neoprenüberschuhen und Handschuhen in den dunklen Morgen.
Die Devise war: Zwei Stunden gehen immer!
Nach Absolvierung dieser Minimumvorgabe war das Bike samt Fahrer dermaßen eingesaut von lustigen Schlammwirbeln auf den überspülten Straßen, Schneckenschleim und Pollenmischmasch, dass ich es einfach nicht akzeptieren konnte, jetzt bereits nach Hause zu rollen und mich an das grobe Säubern des Bikes zu machen.
Der „Return of Invest“ war einfach noch nicht gegeben.
Und so ging es weitere zwei Stunden im Regen durch die Pampa und die letzte Stunde hätte ich auch auf einem Bahnrad mit starrer Nabe und ohne Schaltung sitzen können, ich konnte mit den klammen Fingern nix mehr schalten, die gezerrte Wade war schockgefrostet und frei jedweden Gefühls und auch das Bremsen der Man-And-Machine-Unit erfolgte nach dem Prinzip „Laufen lassen oder Vollbremsung“.
Als ich gegen Neun Uhr zurück war, zitterte ich mich hoch zur Dusche unter das wohlig warme Wasser, zog danach zwei Funktionsshirts plus eine komplette Fleece-Lage drüber, die ich jetzt immer noch an habe und wollte das Frühstück für die Familie vorbereiten.
Zum Glück war meine Frau ebenfalls in der Küche, sah das Leiden der Lausitz und während ich die Heldensaga des Himmelfahrtskommandos zitternd&sitzend am Morgen zum Besten gab, übernahm sie den Job und ich bekam von meinem Großen mitleidvoll sein aufgeheiztes Kirschkernkissen in die Buchse geschoben und taute langsam auf.
Nach dem Frühstück wollte ich dann mit den Hunden raus, aktive Bewegung ist das beste Mittel gegen Kälte – da drang ein schriller Schrei aus dem Bad! Die Kids und ich sind in Erwartung schlimmster Vorfälle sofort rüber gestürmt, als wir auch schon Schimpftiraden der Göttergattin durch die Wand zu hören bekamen, die sich im Kern um die unchristliche Temperatur des Wassers aus dem Duschkopf drehten.
Ich hielt meine Flossen drunter „Ist doch prima warm, habe ich mich vorhin auch schon geduscht und ein wenig aufgewärmt“.
Jetzt taten es mir die Kinder nach und zogen die Hände blitzschnell zurück „Eiskalt, Papa verschaukel uns nicht immer!“
Wir also runter zum Wassertank, 22°C zeigte das Thermometer und es wird auch nicht mehr, da wir letzte Woche die Heizung abgestellt haben und auf die Kraft der Sonne für unsere Solarzellen auf dem Dach setzten – nur war die letzten 48 Stunden keine Sonne mehr in der Lausitz zu Besuch.
Und mir kam das Wasser nach der Radsession dennoch wohlig warm vor – und jetzt, 5 Stunden später ist es auch für mich in der Tat saukalt.

Das wär’s für den Moment. Die Familie ist jetzt kurz in Dresden, Kino und Networking bei Ronny McDonny mit anderen Mamis und deren Kids, ich hab‘ Hundedienst - und danach Bonuszeit gratis zum Feiertag von den Dreien geschenkt bekommen.
Laufen geht ja leider gar nicht, Schwimmen in der Luise bei 9°C Luft und 15°C Wasser ist vielleicht Bestandteil der Green Barrets Survival Prüfung vor dem Abflug an den Hindukusch aber nix für ein Hinkebein in doppelt Fleeceklamotten – höchste Zeit also, eine zweite Radeinheit jetzt zu starten, ich will mich nachher ja noch einmal „warm“ duschen…

Ich mach‘ los - Wir sehen uns draussen!
flachy ist offline   Mit Zitat antworten