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Fachdebatte: Pro und Kontra Biopren
Verehrter Kollege Teuto, geschätzte Experten!
Endlich ein Thema, bei dem wir hier in unserer interdisziplinären Kommission kontrovers und offen die verschiedenen Standpunkte diskutieren werden um als Essenz eine allgemeingültige Empfehlung an die Welt da draußen aufstellen zu können.
Und die Erwartungen der Querleser an den Bildschirmen sind an uns naturgemäß maximal, denn wer, wenn nicht wir, kann mit unmenschlich-riesigem Druck umgehen?
Also dann, ich erwarte bei der geballten Kompetenz hier nichts weniger als die Relativitätstheorie 2.0 reloaded.
Bevor ich zu einer ausführlicheren Darlegung meines wissenschaftlich-fundierten Beitrags "Pro-Biopren komme (dieses Wundermittel, die logische Evolution aus dem Luschencocktail aus EPO-Koffein-Gendoping, bei dem selbst Argon-Xenon-Cadmium-Geheimdoping heulend in die Ecke geht, bitte kompetent angliziert aussprechen, Lautsprache: Bajopriehhhn), kurz für die Headlinehunter unter den geneigten Up-To-Date-Doping-News-Checkern die Quintessenz meiner persönlichen Feldstudien und Self-Body-Tests.
Was wollen wir - Einmaligkeit, das Besondere erleben?
Oder Mit-dem-Strom-im-Einheitsgrau untergehen?
Was schauen die Massen früh um 3 Uhr im TV - Rumble in the Jungle im Heavy Weight Gewicht oder zur besten TV-Zeit das Duell der Superultrafliegengewichtler, bei dem danach wegen Einschaltquote im Promillebereich der Sendechef abgelöst wird, es aber wenigstens 9 Monate später zu einem unerklärlichen Babyboom gekommen ist?
EBEN!
Und wer räumt die Chicks ab - Usain "The Hammer" Bolt? Oder doch eine Horde rachitisch-bulemischer Dauerläufer aus dem Busch, die im Dutzend so ungefähr auf die Größe und das Gewicht vom Fastest Men on Earth kommen?
KLINGELTS?
Immer noch nicht?
O.K.
Was wird unser Alleinstellungsmerkmal sein, wenn wir beim Ironman über die Ziellinie walzen?
Schlabbrige Kompressionssachen wie bei den andern 100 Finishern vor uns?
Selbstangerührte Low-Carb-Gels und rechtsdrehende Powerbars in der Trikottasche wie all die anderen Hungerhaken vor uns?
Niemals!
Ich will es wieder hören, die bewundernden, anerkennenden Sprüche, welche mich bereits in den abgelaufenen Saisonen allüberall begleitet und motiviert haben.
Aus der Vielzahl der Schlachtrufe meine persönliche Top3:
TUSCH!!!
Auf Platz 3:
Eine Gruppe fachkundiger, jugendlicher (unter 40 Jahre) Zuschauer, von denen der unfitteste noch dynamischer aussah wie ich beim Ironman Regensburg 2012, 4. und damit finale Laufrunde im Park nahe dem Bad (knapp über 9h, irgendwo um Platz 15):
Typ1: "Schau mal, der Dicke, wo hat der denn die 4 Bändchen her?"
Typ 2: "Der hat sicher so einen Schnellen die Dinger abg..." dann war ich torpedomäßig außer Hörweite, kann mir aber denken, dass er mir körperliche Gewalt gegenüber dem standardisierten No-Biopren-Teilnehmern unterstellte...
Platz 2, bergiger 21km Volkslauf im Thüringer Wald, ich war um Rang 5, da rief ein Streckenposten zur Verpflegungsstelle vor:
"Achtung, hier kommt ein Schwerathlet, der braucht dreimal soviel wie die Anderen".
Ich vermute, er spielte auf meinen natürlichen energetischen Grundumsatz an.
Habe natürlich nur einen Becher Tee gegriffen, die Rache kam dann logischerweise nach dem Zieleinlauf, habe dort dann meine 5 EUR Startgeld durch das Verdrücken von 3 Thüringer Bratwürsten mit einer Hülse Köstritzer refinanziert.
Platz 1, Roth 2008 oder 2009 (das saukalte Regenrennen, 8:44, um Platz 15, ich schwebte hinten über den Kanal zum 2. Wendepunkt, da brüllte ein mir Unbekannter (vielleicht war's jemand aus dem Forum, bitte outen, war der Hammer an Adrenalinschub für mich, danke dafür!) mitten in's Gesicht, so dass ich Sprenkel seiner Aussprache (kurz: Rotze) spürte:
"Flachy, Du geile, fette Sau, mach sie alle fertig diese unterernährten Wichte..."
Und TEUTO - all diese schönen Erlebnisse, die den neumodischen veganen BMI-hörigen Palästina-Ernährungsfreaks wohl nie zuteil werden, willst Du jetzt aufgeben!
Das kann ich nicht kampflos zulassen, deshalb:
Die Diskussion ist eröffnet!
Geändert von flachy (05.03.2014 um 20:00 Uhr).
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