Zitat:
Zitat von schoppenhauer
OK, du hast es ja so gewollt. Ich lese hier auch immer mit, mir gefällt dein Stil. Nur diese kleinen Excurse wie der mit der Maschine heute, wo du dann ach so viel cleverer als alle anderen warst, irritieren micht leicht, gehören aber wohl dazu.
Was mich wirklich verwundert hat, war dieses Ding ganz zu Beginn: Erst schreibst du, dass es ein Horror für dich ist, mal mit viel Geld auf dem Konto zu sterben und du auch deshalb das Geldverdienen runter fährst, um kurz danach deinen recht schwachen Auftritt bei deiner kleinen Tochter damit zu entschuldigen, dass das ja alles so fürchterlich teuer ist, weil sie so weit weg wohnt.
Grüsse
Schoppenhauer
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Hm, ja, da muss man wohl bei beidem etwas auseiandner halten.
Was die Geschichte mitm Prüfstand angeht, isses nicht so, dass ich vielleicht cleverer bin als die andern, sondern mich einfach mit der Welt, in der ich mich bewege, auseinandersetze, während die meisten meiner Kollegen morgens ihr Hirn an der Pforte abzugeben scheinen und danach dem täglichen Trott folgen.
Das ist beim besten Willen nicht mein Ding und ich hab schon mehrere Jobs, die mir ein geruhsamens Dahinvegetieren bis zur Rente gesichert hätten, gekickt, auch wenn ich mir danach für weniger Geld die Hände schmutziger machen musste.
Ich will was bewegen, zumindest für mich und gerne auch für andere, wenn die das interessiert, will wissen, was um mich herum vorgeht, Dinge begreifen, dazulernen.
Das frustrierendste in den letzten 5 Monaten und mit Sicherheit auch das, was mich am meisten gelähmt hat, war die Egalität, mit der die Kollegen da drin das tägliche Einerlei hinnehmen.
Die Arbeit wars mit Sicherheit nicht, denn ich lerne schnell und ne handvoll Ermahnungen am Tag, langsamer zu arbeiten, sind nicht ne Woche lang nötig, damit ich das System und wie es funktioniert, kapiere. Die geforderten Belastungen machen da wirklich keinen müde.
Was die Kohle angeht, muss man einfach differenzieren: es gibt natürlich nen bestimmten Betrag, den ich brauche, einen darüber, den ich gerne habe und jedes für sich oder beides gemeinsam bedeuten nicht, dass ich die gerne sinnlos zum Fenster rausschmeisse oder Kosten begeistert trage, die ich höher als nötig am Bein hab, weil irgendwer das Gefühl hat, der Zaster blühe hier am Strauch.
Es gibt Gegenleistungen, die sind ihr Geld wert (und die versuche ich auch mienerseits, für das Geld, das ich bekomme, zu liefern) und es gibt Dinge, die sind einfach unverschämt teuer, bzw. Kosten, die es nicht geben müsste.
Da werde ich sauer und knauserig und das ist definitiv keine Frage meines Einkommens.
Was ich letztlich aber als Weisheit an den Mann/die Frau bringen will, ist, dass Glücklichsein und Zufriedenheit keine Frage des Geldbeutels ist, ja vielmehr noch, mit Geld nicht gekauft werden kann.
Einer meiner Kollegen hat mich vorhin gefragt, ob ich auch gehen würde, wenn mich der Laden mit 35-Stundenwoche und fürs doppelte Netto monatlich fest anstellen würde und ich hab ohne Zögern geantwortet, dass ich auch mit 32 Stunden und fürs Dreifache nicht beiben würde und das war mein voller Ernst.