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Hier geht’s ja munter durcheinander. Selbstverständlich ist der 15-Stunden Plan für Kurzstreckler härter als der 12-Stunden Plan für Langstreckler.
Wer als Kurzstreckler 15 Stunden pro Woche trainiert, bewegt sich auf hohem Niveau. Ein Langstreckler mit 12 Wochenstunden ist dagegen nah am Minimum dessen, was man trainieren sollte. Es geht hier also um völlig unterschiedliche Ansprüche.
Der 15-Stunden Plan für Kurzstreckler erreicht diese Umfänge nicht bereits jetzt im Winter, sondern erst später. Insofern ist der Kommentar, man brauche nicht bereits jetzt solche Umfänge trainieren, richtig, hat aber nichts mit dem hier angesprochenen Trainingsplan zu tun.
Überlange Trainingseinheiten, die bedeutend länger sind als die Wettkampfdistanzen einer OD, sind sehr wichtig. Wer nur finishen will, kann sie sich vielleicht sparen. Wer schnell sein will, muss sie machen. Warum? Weil auch für einen Kurzstreckler Anpassungen wichtig sind, die man nur auf langen Einheiten erzielt. Zum Beispiel die Leistungsfähigkeit des Fettstoffwechsels, die Kapillarisierung, die Bewegungsökonomie. Auch Bahnradsportler sitzen auf dem Straßenrad und machen Umfänge.
Die 3 Stunden im Winter: Wer ambitioniert für eine Kurzdistanz trainiert, für den sind 3 Stunden Rad Standardware. Für weniger zieht man sich nur ungern überhaupt um. Ist das Wetter sehr mies, macht man halt 2 oder 2,5 Stunden. Scheint die Sonne, können es auch mal 3,5 Stunden werden. Liegt Schnee, macht man eine intensive Rolleneinheit, oder ein Koppeltraining (Triathlon rückwärts), oder man geht zum Spinning. Liegen zwei verschneite Wochen vor einem, plant man einen Lauf-Schwimm-Block oder einen Kraft-Schwimm-Block.
Intensive Einheiten, die auf eine Verbesserung der 10k-Bestzeit abzielen, sind natürlich auch wichtig, ebenso für eine Steigerung über 40k Timetrial. Aber wie erreicht man das? Indem man erst Grundlagen legt und danach ins spezifische (wettkampfähnliche) Training einsteigt. Nicht umgekehrt.
Grüße,
Arne
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