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Mental-Training
Wir schlagen uns ja gerade ein bisschen unmotiviert durch die dunkle und kalte Jahreszeit. Zum Glück kam aber vor ein paar Tagen der Nikolaus. Und der hat ganz schön viele Sachen vor die Tür gestellt. Unter anderem einen Hubschrauber-Flugzeug-Rennboot-Lego-Bausatz für 6- bis 12-Jährige. Der 4-Jährige ist entzückt und macht sich eifrig drüber her. Mama steht schon Gewehr bei Fuß, um zu trösten, und denkt über ein ernsthaftes Telefonat mit dem Patenonkel nach, wie der denn dem Kind so was antun kann. Tja, denkste, Puppe.
Der kleine Mann wählt die Bauanleitung für den Hubschrauber und legt los. Ich bin etwas irritiert und frage: „Hast du so was schon ´mal im Kindergarten gemacht?“ „Nein,“ antwortet er „ich mach´ das einfach so, wie das da steht.“ „Ach, so“, sage ich, denn mehr bringe ich gerade nicht über die Lippen. Mein Einsatz beschränkt sich auf zwei Hinweise: die Erklärung des grafischen Symbols für „Umdrehen des Bauteils“ und die Erklärung, dass manchmal erst einzelne Komponenten zusammengesetzt werden bevor sie dann als ein Stück an das große Bauteil angebaut werden. Dann endlich ist der gesamte Hubschrauber fertig. Der Sohn ist stolz wie Oscar und Mama etwas fassungslos.
Mittlerweile sind sowohl Flugzeug als auch Rennboot gebaut und wir schlagen uns wieder unmotiviert durch die dunkle und kalte Jahreszeit. Ich habe zähneknirschend einer Carrera-Bahn als Weihnachtsgeschenk zugestimmt. Hoffentlich kann der Zwerg sich daran mal ein bisschen die Zähne ausbeißen.
PS: Gestern Abend im Bett hat der kleine Kerl plötzlich angefangen zu weinen. „Mama“, hat er gesagt, "wenn ich tot bin, kann ich gar nicht mehr mit meinen Spielsachen spielen“. Da habe ich so gut es ging getröstet, und mir heimlich meine eigenen Tränen weggewischt.
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