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Zitat von turboschroegi
Anyway ...
Zu denken eine Reputation würde stattfinden, wenn man Verdienste und Leistungen gewürdigt bekommt halte ich für strange. Reputation für Ulle gibt's doch unterm Strich nur noch, wenn er zweifelsfrei Beweisen kann, dass er nie und nimmer gedopt hat.
Nach meinem Stand der Dinge sieht das aber eher schlecht aus. Es sei denn alle schalten jetzt das Licht an, pusten in die Trüte, werfen Luftschlangen und Konfetti und schreien: April - April !!
peace Helmut
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Du meinst s.w. Rehabilitation.
Eine Reputation für grosse sportliche Leistungen hat sich Ulle m.E. verdient. Ich gehe allerdings auch davon aus, daß er in einem gedopten Fahrerfeld unterwegs war/ist, insofern zum Zeitpunkt seiner Siege eine gewisse "Chancengleichheit" herrschte. Zumindest hat er sich da wie auch durchs Training ja allein durchgequält und aus Dir oder mir würde s.w. auch mit Epo bis zur Thrombose kein Toursieger mehr. Dass der sauer ist, wenn man ihm jegliche sportliche Leistung gleich kontert, das habe er ja nur dem Doping zu verdanken, ist für mich nicht mehr als verständlich. So ein bißchen Respekt sollte man davor schon haben. S.w. hätte keiner von uns die Möglichkeit die Trainingsumfänge auch nur für 3 Wochen durchzuhalten, ob gedopt oder nicht.
Deswegen denke ich, ein Mensch, der sich 99% seines Lebens so quält, tut das nicht mit den bösen Hintergedanken, die immer hineininterpretiert werden. Einer wie Fuentes, der das ganze ruhig aus der Entfernung plant, nur um sein eigentlich ordentliches Gehalt aufzubessern, handelt da moralisch verwerflicher. Oder ein Intendant, der längst weiß, daß die Jungs alle gedopt sind und anstatt Geld für regelmäßige flächendeckende Tests von Blutproben bei jedem Rennen zu geben lieber noch eine Sondersendung über Ulles Privathaus schaltet, der ist auch nicht so ganz koscher...
Dass Ulle gedopt hat steht wohl außer Frage. Daß Doping nicht so ganz toll ist, wohl auch. Für den fairplay Orden wird man Ulle wohl in diesem Jahr nicht nominieren können (und für den Nobelpreis s.w. auch nicht). Aber das kann man keinen einzigen Radprofi meines Erachtens. Wenn da auch nur ein ungedopter rumfahren würde, hätte der doch längst geschrien, daß das eine Schweinerei sei, wie momentan mit einem Generalverdacht seine Reputation zerstört würde, hätte Kamerateams zum Trainingstagebuch eingeladen, sich selbst zu freiwilligen lückenlosen Bluttests gemeldet etc. Ist mir keiner bekannt...
Dass man also 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche bei jedem Profi-Radrennen den mahneneden Zeigefinger heben sollte, ist aus Sicht des Anti-Doping-Experten sicher richtig. Aber wie schon erwähnt sind da andere "Schuldige" zu suchen als die Athleten im Rampenlicht.
Nur, was es dann bringt, täglich den Privatmann Ullrich lächerlich zu machen (was ja keine große Herausforderung ist - in Sachen PR ist Ulle sicherlich nicht Weltklasse), sehe ich auch aus Sicht des Anti-Doping Experten nicht ein.
LG,
Felice