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Das Ereignis mit dem ICE-Einsatz und der 37-jährigen Mutter beschäftigt mich. Meinungs*mäßig bin ich nah bei Antracis und emotional kann ich Trivets Haltung gut fühlen.
Ich versuche, die Situation nüchtern zu betrachten: Es kommt zu einem Einsatz mit tödlichem Ausgang. Von der Regierung würde man erwarten, dass erkannt wird, dass das kein normaler Ablauf war, den man jetzt Ad Acta legen kann. Die bekannten Videos und Darstellungen lassen erkennen, dass es erhebliche Unklarheiten gibt und somit ein klarer Ermittlungsbedarf besteht.
Von der Regierungsseite gibt es bezüglich dem Hinweis auf Ermittlungen keine klare Haltung, stattdessen wird schon geurteilt und die Frau nach ihrem Tod noch politisch etikettiert und abgewertet.
Meine persönliche Meinung, basierend auf dem, was ich in den verfügbaren Videos gesehen habe, ist, dass es keine klare Notwendigkeit gab, auf die Frau zu schießen. Wenn dann noch in dem Video unmittelbar nach dem Schuss ein Polizist einen beleidigenden Ausdruck wie „fucking bitch“ sagen zu hören ist, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Ich räume aber ein, dass das meine Ansicht ist und würde mir wünschen, dass der Vorfall seriös und unabhängig untersucht wird.
Zugegeben sympathisiere ich auch mit der Frau. Ich glaube behaupten zu können, würden Polizisten in unser Viertel kommen und angenommen mich oder meine Freund*innen mitnehmen wollen, würden wir auch versuchen - gewaltfrei - dies verhindern zu wollen. Ob das jetzt richtig oder falsch ist, mal dahin gestellt, aber ich glaube, ich kann ihr Handeln sehr gut nachvollziehen.
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