Zitat:
Zitat von jojo84
Heute war ich wieder schwimmen und wollte mich in den 100er Intervallen an die 1:45 annähern. Nach Einschwimmen und ein paar Bahnen Technik ging es los.
Die Intervalle waren dann so im Bereich 1:45 bis 1:49. Aber ich hatte extreme Probleme mit der Atmung. Nach 75m im Intervall hatte ich wieder das Gefühl extremer Atemnot wie ganz am Anfang. Dann wollte ich ein paar lockere Bahnen zur Beruhigung schwimmen, aber der Kopf wollte nicht mehr, ich habe selbst dann einfach gefühlt nie genug Luft bekommen...
Bei den Intervallen war die Herzfrequenz nicht sehr hoch - im Bereich von 115 bis 125. D.h. das Herzkreislaufsystem war jetzt nicht besonders gefordert. Vielleicht führt die etwas höhere Frequenz bei mir zum schlechten Ausatmen und damit nach 50-75m zur Atemnot. Keine Ahnung. Sehr demotivierende Einheit heute.
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Die Atmung ist auch ein Teil der Technik, bei dem man einiges falsch machen kann. Zu spätes Ausatmen, dadurch zu wenig zeit zum Einatmen, falsche Kopfhaltung....
Das Ausatmen sollte weitgehend unter Wasser erfolgen und fast abgeschlossen sein, bevor du den Kopf zum Atmen drehst. Über Wasser sollte dann maximal das Wasser vor'm Mund weggepustet werden, damit du genug Zeit zum Einatmen hast. Häufiger Fehler ist, die Luft anzuhalten, bis der Kopf zum Atmen gedreht wird. Ob die Luft langsam ausgepustet wird oder bis kurz vor'm Atmen angehalten und dann auf einen Schlag ausgepustet wird, darüber scheiden sich die Geister. Bei letzterem hast du die Luft noch möglichst lange als Auftriebshilfe in der Lunge. Ich persönlich finde einen langsames Ausatmen angenehmer. Wichtig ist aber: Die Zeit über Wasser sollte überwiegend zum Einatmen genutzt werden.
Die Kopfhaltung kann auch einiges ausmachen: Viele heben den Kopf nach vorne in die Welle, die der Kopf vor sich her schiebt, statt ihn zur Seite zu drehen bzw. hinter der "Bugwelle" zu atmen.
Ansonsten ist meine Beobachtung, dass, wenn die Technik (noch) nicht richtig sitzt, ein bewusstes "schneller Schwimmen wollen" häufig dazu führt, dass das Schwimmen lediglich hektischer wird, aber nicht schneller. D.h. die Kraft verpufft in der Hektik. Die Technik muss aber halbwegs sitzen, um die Kraft auch ins Wasser zu bekommen. Gerade am Anfang sollte die Geschwindigkeit das Ziel und nicht das Mittel sein. Also lieber versuchen sauber zu schwimmen und darüber langfristig schneller zu werden also nur auf die Uhr zu schauen.
Wenn die Technik sauber sitzt bzw. man sicher ist, dass sich die Technik durch den Krafteinsatz nicht verschlechtert, kann man natürlich auch auf Zeiten und Abgangszeiten zuschauen.
M.