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Mir ist das zu einfach, zu sagen: "Das ist nicht Intelligenz, das ist Statistik".
Mir scheint, wir schauen damit zu sehr darauf, wie eine Lösung oder eine Antwort zustande kommt, nämlich durch Wahrscheinlichkeitsrechnung. Entscheidend ist aus meiner Sicht aber das Ergebnis, nicht das Zustandekommen des Ergebnisses.
Wenn wir in das menschliche Gehirn schauen, um zu verstehen, was Intelligenz oder Denken ist, stoßen wir auf ganz simple Funktionseinheiten und Prozesse. Ein einzelnes Neuron ist einfach gebaut und nicht intelligent. Trotzdem liefern Gehirne intelligente Lösungen. Man kann also nicht aus der Einfachheit der grundlegenden Prozesse im Gehirn ableiten, Gehirne könnten keine intelligenten Lösungen finden. Vielleicht kann man diesen Gedanken in analoger Weise auf Computer übertragen.
Ferner sehe ich die Tendenz, Fähigkeiten wie Intelligenz oder Verstehen exakt so zu definieren, dass nur menschliche Intelligenz und menschliches Verstehen in diese enge Definition fallen.
Vielleicht brauchen wir daher eine erweiterte Definition von Intelligenz und Verstehen, die zumindest grundsätzlich auch nichtmenschliche Formen einschließen kann. Dafür muss man diese Fähigkeiten vom Bewusstsein trennen. Intelligenz und Verstehen sind auch ohne Bewusstsein möglich.
Denn so ganz kann man den Chatbots diese Eigenschaften nicht mehr absprechen, wenn man tiefergehend mit ihnen kommuniziert.
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