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Alt 08.12.2025, 12:56   #48
steinhardtass
Szenekenner
 
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Registriert seit: 15.10.2012
Beiträge: 942
Ich möchte gerne auf eure Punkte eingehen, um meine Sichtweise zu präzisieren:

@StefanW.
Du hast recht, der Sieger war mit 7:38 extrem schnell. Aber wir dürfen die Relation nicht verlieren: Eine 8:27h (die adjustierte Zeit des M60-Athleten) ist immer noch eine absolute Weltklasse-Zeit. In vielen Ironman-Rennen weltweit bedeutet das Top 10 im Pro-Feld oder den Sieg bei den Frauen.
Die Frage ist rational betrachtet: Ist die physiologische Leistung von 10:14h in der M60 wirklich äquivalent zu einer 8:27h in der offenen Klasse? Mein Argument ist, dass der „Alter-Bonus“ hier mathematisch zu großzügig bemessen ist. Er suggeriert, dass dieser Amateur – wäre er jung – im Profi-Feld vorne mitmischen würde. Das halte ich für eine Verzerrung, die die Hürde für die jüngeren Altersklassen (M30-45), die reale Fabelzeiten liefern müssen, unverhältnismäßig erhöht.

@sabine-g
Zum Thema „Best of the Best“ in Kona: Das Problem ist die statistische Basis. Wenn wir die Kona-Ergebnisse als Benchmark nehmen, zementieren wir den Status quo. In den älteren Altersklassen ist die Leistungsdichte (Density) naturgemäß geringer als in der M30 bis M45. Ein „Top-Performer“ in einer dünner besetzten Altersklasse ist statistisch leichter zu werden als in der „Rush Hour“ des Lebens.

Wenn das System nun diese Kona-Zeiten als 100%-Maßstab nimmt, belohnt es die geringere Dichte der älteren AKs. Ein fairer Vergleich müsste eigentlich die Leistungsabfall-Kurve der Profis (Pro-Feld) als Referenz heranziehen – dort sehen wir, wie Leistung unter absolutem Hochdruck im Alter abfällt, ohne die Verzerrung durch unterschiedlich große Teilnehmerfelder.

Zur aktuellen Beobachtung (Cozumel & Western Australia)
Man sieht diesen Effekt ja nicht nur in der Theorie. Schaut man sich die Verteilung der Slots bei den letzten Rennen an – etwa letzte Woche in Cozumel oder jetzt in Australien –, fließt eine unverhältnismäßig hohe Anzahl an Slots in die hohen Altersklassen.

Das fühlt sich für viele Athleten in den starken mittleren Altersklassen ungerecht an, und die Zahlen stützen dieses Gefühl.

Es ist sicher nicht meine Aufgabe, hier die perfekte Formel aus dem Hut zu zaubern. Aber ich denke, wir können festhalten: Das aktuelle System ist in seiner jetzigen Kalibrierung nicht fairer als das vorherige. Es verschiebt die Ungerechtigkeit lediglich massiv zugunsten der älteren Semester und entwertet die rein sportliche Leistung derer, die sich in den dichtesten Feldern behaupten müssen.
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