Freitagabend noch schön spontan gemütlich nach Hause gewandert und mich dabei ebenso spontan gewundert, wieso mir derlei Ausblicke woanders taugen würden, während ich sie hier gar nimmer explizit wahrnehme?
Samstag irgendwie tote Hose, wegen Bereitschaft in Sachen Bergwacht, sonst war kaum jemand greifbar, um auszurücken, also kurzum zu nix so wirklich gekommen.
Sonntag wollten eigentlich einige Blaulichtorganisationen nen Reel zum Tag des Ehrenamts filmen;- 5 Stunden Aufwand fürn Filmchen von 10 Sekunden mit 5 Hilfsorganisationen, als im Mittel 2 Sekunden für jede.
Riesen Tohuwabohu im Vorfeld. Wir sollten uns von ner Brücke abseilen mitm Schloss im Hintergrund. Geht uns ja überhaupt nix an, da Bauwerk/Gebäude, das ist Feld der SRHT aka Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen, wiederum aka kurz Höhenrettung der Feuerwehr.
Aber hab ich alles geklärt, zuletzt noch ein Ortstermin mit ner Dame vom Bauamt, Abteilung Ingenieurbüro, damit erstens dem Geländer nix passiert und wir nicht von nem Waschbär, der Jagd auf die Tauben unter der Brücke macht, gefressen werden.
Rein dafür, dass die Aktion Samstag wegen mieser Wettervoraussichten abgeblasen wird.
Ok, also Sonntach in die Garage, da räumlich n bissl umorganisieren, damit nicht nur der Bus vernünftig reingeht, sondern ich an dem auch noch was machen kann, wenn er drin ist.
Mit Ausschlafen gross war eh nix, bissl gepflegt gefrühstückt und los.
5 Minuten, nachdem ich in der Garage war (Anfahrt gut 20 Minuten) rappelt der Messenger los, aber ok, nur LKLD-Team. Nur wie lange?
Nicht lange. Gerade mit irrem Getöse drei Latten für n Regal n die Wand gedübelt, 'Wer kann bitte das Quad holen und zur Vermisstensuche kommen?'
Ich war nicht sicher, ob ich dieses Jahr überhaupt schon bei nem Einsatz war, also meld ich mich. Mieses Wetter, keine Regenklamotten dabei und dann aufs Quad. Schicendreck!
Gut, dass ich in Jahrzehnten mit jährlich so 30-40000km aufm Motorrad sommers wie winters Millionen in Schutzausrüstung investiert und alles unbeschadet überlebt hab, um nu regelmässig auf so ein Höllenteil mit daumengas, Bremse links und fast so kippinstabil wie ein Zweirad mit nix als so nem windigen Leiberl zu steigen...
naja, am Bereitstellungsraum angekommen durften wir erstmal n bissl durch die Botanik reiten.
Zwischenzeitlich war auch unsre Social-Media Managerin da, die mir zugeteilt wurde, die drängte drauf, ein paar Bilder zu machen.
Na gut!
Zum ersten Mal, und ich tanz ja schon seit 2018 in dem Reigen mit, gabs dann tatsächlich eine Suchkette. Wieso man ausgerechnet hier, wo ne Stunde zuvor die Drohnen alle Felder abgesucht hatten und der Polizei-Heli mit ner 150kt€ Wärmebildkamera alles abgeleuchtet hatte, durch die ganzen Äcker trampeln musste;- mir ein Rätsel, aber wass weiss ich schon...
Nachdem wir das mehrfach gemacht hatten, bevorzugt, nachdem mal wieder ne Regendusche gegeben hatte und die Hose grad vom letzten mal so n bissl getrocknet war, kam das THW zur Hilfe, die haben scheinbar Erfahrung mit solchen Suchketten und brachten Material mit. Keine Gefangenen!
Die sind dann auch ernsthaft, ohne Gnade und mit Ernsthaftigkeit durch jedes Gehölz, jedes Dickicht und jede Schonung gekrochen.
(Wir suchten nen 84-Jährigen, nimmer ganz fit mit Atemwegs-/Lungenerkrankung, der kam voraussichtlich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen schon eh kaum auf den Buckel, den wir absuchten und es war aussichtlos, wie der durch irgendwelche Sträucher, wo es nichtmal Hasenpfade gab, hätte krabbeln sollen.
Naja.
Gegen Abend wurds dann jedenfalls kitschig.
Ich war dann, nachdem ich noch das Quad zurück zur Wache gebracht undn paar geräte auf die Ladestationen geklemmt hatte, gegen Zehne zuhause, das reichte noch für ne Feierabendhalbe aber mehr auch nicht.
Nach Zecken absuchen (die fand ich dann heute, nachdem ich gestern für die Arbeit in der Garage, die Sonntach liegengeblieben war, die dreckige, jetzt wieder trockene Hose idiotischerweise nochmal angezogen hatte, fluch...!) und ab in die Heia.
Der Gesuchte blieb verschwunden, gestern war der Heli noma in der Nähe und hat aufm Rückweg nach Roth (anyone?) noch n bissl gesucht, aber auch nix gefunden.
Ich häng daher noch ein paar philosophische und rein private Gedanken an: wenn ich 84 bin und nimmer arg rüstig, brauch ich eigentlich niemandem drohen, mich umzubringen.
Das würd ich bestenfalls, abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen kann, mich umbringen zu wollen, nur dann tun, um dem-/derjenigen eins reinzuwürgen. Ansonsten einfach hinsetzen und abwarten, oder?
Ich vermute ja arg, der Gesuchte hat sich nach der Drohung in irgendnen Bus gesetzt und taucht irgendwann bei nem Kumpel in-egal-wo wieder wohlbehalten auf. Die Fährte zu unserem Suchort kann nach Wochen guten Wetters ohne Regen eigentlich keine-Ahnung-wie-alt sein. Weil schee isses ja da oben und nachvollziehbar, dass es ihm da angeblich gefiel
Trotzdem ists natürlich klar und richtig, dass er gesucht werden muss;- nicht nur, weil und wenn sich Angehörige oder Freunde Sorgen machen, aber der Aufwand ist echt brutal und unvorstellbar für Aussenstehende.
Der Heli, zig Drohnenteams, Hundesuchstaffeln aus dem Landkreis wie auch angrenzenden, Verpflegung den Tag über für um die und mehr als hundert Leute, und und und...
Krass.