Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Ich gönne den Royals ihren per Geburt erhaltenen Reichtum, den sie aus meiner Sicht jedoch überwiegend dem Volk gestohlen haben (aber so war das damals eben), frage mich aber, was sie zeitlebens dem Volk zurückgegeben haben. Ich sehe da eine Königin, die sich vorwiegend mit dem höfischen Leben beschäftigt hat.
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Interessant finde ich, dass sich solche kulturellen Elemente in einzelnen Ländern immer noch so hartnäckig halten. Man darf sich natürlich nicht in die Tasche lügen: Das nicht nur manche, sondern ziemlich viele Menschen, schon von Geburt an gleicher sind als gleich, ist ja kein Königs- oder Adelsprivileg. Auch ohne Adelstitel im Namen gibts genug Ungleichheit, die ja nicht zwangsläufig ungerecht sein muss, mit der Kinder ab Geburt ausgestattet werden.
Aber das man aus Tradition an der Tatsache festhält, dass eine sozial exklusive Gruppe mit gesellschaftlichem Vorrang aufgrund von Abstammung höher steht als die anderen, "herrschen" darf und das auch noch mit aufwändigen Festen und Paraden auf breiter Basis feiert, ist schon sachlich betrachtet strange.
Ähnlich wie so manche Rituale der großen Kirchen und Religionen ist das extrem weit von jeglichem aufklärerischen Gedanken entfernt und wird genauso banal bei kritischer Betrachtung dann als quasi bedeutungslose Symbolik verharmlost. Ob das wirklich so harmlos ist, da habe ich aber meine Zweifel. Weil irgendwie wertet man doch alles dadurch, das man es als Tradition bewahrt, dadurch auf.
Vielleicht gehört das aber auch zur menschlichen Existenz und ist irgendwie beruhigend zu wissen, dass es da Sachen gibt, für die man eigentlich nix tun muss und/oder auf die man keinen Einfluss hat. Dann könnte man ja vielleicht auch mal Glück im Leben haben.