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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Putin und die Ukraine
Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 18.05.2022, 14:46   #5923
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
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Registriert seit: 16.09.2006
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Beiträge: 25.170
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
Du stellst den Ukraine-Krieg in meinen Augen zu sehr als Eskalationsspirale dar, die sich von beiden Parteien in gleichem Maße beenden ließe, wenn einfach mal die Reaktion auf eine vorangegangen Aktion der Gegenpartei unterbleiben würde. Wenn Putin sich schon nicht bewegen will, dann müsse eben mal der Westen über seinen Schatten springen.
Die Ursachen für einen Krieg verstehen zu wollen ist etwas ganz anderes, als ihn zu rechtfertigen. Es ist nicht der Versuch, Angreifer und Angegriffene auf eine Stufe zu stellen und beiden die gleiche Verantwortung zuzusprechen.

Wenn man die Ursachen versteht, kommt man einer Lösung näher. Es geht nicht darum, Verständnis für Putin aufzubringen um ihm die Schuld, die er trägt, zu nehmen. Es geht allein darum, mögliche Lösungen für einen Frieden zu finden.

Noch wichtiger als die Ursachen sind die jeweiligen Interessen der Kriegsparteien. Nimm als Beispiel bitte den Konflikt zwischen Israel und praktisch allen seinen Nachbarn. Wenn es hier zu einem Frieden kommen soll: Spielt es eine Rolle, wer angefangen hat? Nützt es etwas, den einen als den Guten und den anderen als den Bösen festzulegen? Ist die Kenntnis der Ursachen des Konflikts noch von einem praktischen Nutzen?

Ich meine: nein. Weder die Schuldzuweisung noch die Ursachen, aufgrund derer der Konflikt vor Generationen begann, helfen heute weiter. Es geht allein darum, die jeweiligen Interessen der Konfliktparteien und um einen möglichen Ausgleich (Kompromiss). Alles andere halt ich für nutzlose Rechthaberei (damit meine ich nicht Dich persönlich).

In diesem Sinne halte ich es für wichtig, russische Interessen zur Kenntnis zu nehmen. Ich will sie mir weder zu eigen machen noch sie gutheißen. Dasselbe gilt für ukrainische Interessen und – sehr viel entfernter – europäische Interessen.

Ein anzustrebender Kompromiss ist keine Entscheidung darüber, wer im Recht ist. Das habe ich versucht, am Beispiel von Israel zu erläutern. Die Haltung, wer im Recht sei, von dem dürfe man keine Zugeständnisse erwarten, halte ich für falsch. Im Zweifel ist der Frieden ein wertvolleres Gut als das Recht.
Klugschnacker ist offline