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Also, überblickt man einen grösseren Zeitraum, so seit der Geburt von Frau Spiegel, bekleideten einige relevante Personen das Ministerium wie z.B. Heiner Geißler, Ritha Süßmuth, Angela Merkel, Christine Bergmann, Renate Schmidt, Ursula von der Leyen, Manuela Schwesig, Katharina Barley, Franziska Giffey, Christine Lamprecht. Für einige bildete das Amt eine Qualifizierung (Sprungbrett) für grössere Ministerien, Bundeskanzlerin, EU-Kommissarin oder als Ministerpräsidentin, andere wie Frau Bergmann oder Schmidt engagierten sich danach bei ehrenamtlichen Aufgaben und Vereinen im Umfeld der Familien- / Frauen- / Jugendpolitik. Es fällt vor allem auf, dass die Parteien es meistens mit Frauen besetzen.
Leider interessieren sich die Medien viel zu selten für die Themen dieses Ministeriums und behandeln diese total nachrangig. Es sitzt quasi am Katzentisch, wenn es um die Aufstellung der Haushaltspläne beim Finanzminister geht. Niemand spendiert 100 Milliarden Sondervermögen wie für die Rüstung oder wie davor für Covid für das Familienministerium, das mit 12,4 Milliarden Haushalt über einen Minihaushalt verfügt. Für alles braucht es unendlich viel Energie, um etwas den Familien, Kindern oder Jugendlichen zugute kommen zu lassen. Ich finde es typisch, dass sich die Medien allein dann für dieses Ministerium interessieren, wenn sie Kritik an der Besetzung haben, aber sehr selten, wenn es um die dort staatlich vertretenen Belange der BürgerInnen und Kinder geht, welche konstant im Vergleich zu anderen zu kurz kommen, weil dahinter keine Lobby steht wie bei der Rüstung oder der Autoindustrie.
Die vor den Wahlen versprochene Kindergrundsicherung für Kinder in Armut wird jetzt durch den Rücktritt von Frau Spiegel und die Neubesetzung sicher nicht schneller vorankommen. Übergangsweise hat sich das Kabinett erbarmt, wenigstens für 2,9 Millionen Kinder an der Armutsgrenze 20.- Euro pro Monat mehr zu geben bis sich die Parteien über die im Koalitionsvertrag vereinbarte Kindergrundsicherung eventuell einigen, wobei ich nicht glaube, dass dafür Herr Lindner ein offenes Ohr hat. Insofern ist es ein sehr undankbares Amt, weil man darin meistens den BürgerInnen Niederlagen als Erfolge verkaufen und wohlklingende Namen für mangelhafte Gesetze wie z.B. das "Gute-Kita-Gesetz" finden muss. Vielleicht ist man deswegen dann für mächtigere Aufgaben vorbereitet wie Merkel, von der Leyen, Schwesig, Giffey?
Vor allem die Kindergrundsicherung muss das Ministerium so schnell und gut wie möglich auf den Weg bringen. Daneben zählt der Koalitionsvertrag weitere Vorhaben auf, an denen der Erfolg zu messen ist.
Geändert von qbz (11.04.2022 um 21:42 Uhr).
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