Zitat:
Zitat von LidlRacer
Durchschnitte übers Jahr sagen exakt nichts aus.
Könntest du dir auch selbst denken, aber dann gäbs ja nix mehr zu schwurbeln.

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Das Zitat von Else ist sicher nicht das wichtigste am Bericht. Aber es steht auch drin, daß in der übelsten Corona-Woche des Jahres (Dezember) gerade mal 5 % aller Betten mit Corona-Patienten belegt waren. Auf Intensiv war zum gleichen Zeitpunkt ein höherer Anteil von Corona belegt, also natürlich gibt es spitzen. Interessanterweise wurden (wie viele andere Grafiken im Bericht zeigen) zwar im Frühling viele nicht ganz dringenden Behandlungen reduziert (klare Überreaktion, mag noch verständlich sein am Anfang). Aber im Dezember, wo es doch am schlimmsten gewesen sein soll, wurden viele Behandlungen nur noch sehr gering zurückgefahren - weil es offensichtlich nicht notwendig war. Dafür gingen gewisse Behandlungen übers ganze Jahr hinweg stark zurück im Vergleich zu 2019.
Was diese Zahlen für mich zeigen:
1. bei allen schlimmen Einzelschicksalen sind diese Zahlen genau das Gegenteil einer "epidemischen Lage nationaler Tragweite". Zu jedem Zeitpunkt waren landesweit ausreichend Kapazitäten da. Das Schreckgespenst der Überlastung des "Gesundheitssystems" war eine propagandistische Erfindung, gestützt durch tatsächliche temporäre Überlastung in einzelnen Krankenhäusern. Ein paar Nummern kleiner wäre realistischer und überzeugender gewesen.
2. Der starke Gesamtrückgang von vielen Behandlungsfällen (Herzinfarkt, Schlaganfall, ...) kann zweierlei bedeuten: entweder hatten die Leute Angst, sich mit Beschwerden ans angeblich überlastete Gesundheitssystem zu wenden - dann könnte ein Teil der Toten auf dieses Konto gehen. Oder wir haben bisher zu viel "übertherapiert", d.h. ein wesentlicher Teil der Hospitalisierungen bis vor Corona war eher dem Wirtschaftlichkeitsgedanken (Auslastung der Krankenhäuser" geschuldet, als dem Patientenwohl. Letzteres ist nicht unwahrscheinlich, schließlich sind auch Länder mit deutlich geringeren Kapazitäten nie ständig überlastet. Daraus sollte man auch lernen, denke ich.