Zitat:
Zitat von Weißer Hirsch
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Heute wissen wir, es kam anders als uns damals von den Schwarzsehern vorhergesagt wurde. Die Zahlen stiegen nicht weiter exponentiell, die Intensivstationen liefen nicht über. Beide Indikatoren sinken aktuell. Ob wir wirklich im Juni die Inzidenz 50 haben, wie auf einmal von Herrn Lauterbach kommuniziert (dessen Jünger so einen Meinungsschwenk ja scheinbar unbeeindruckt wegstecken), ...
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Du bist ein wenig in deiner Informationsblase gefangen:
Tweet von Karl Lauterbach am
12.1.2021:
Zitat:
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Zitat von Karl Lauterbach
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Es war jedem Experten Anfang des Jahres klar, dass die Impfungen (sobald sie mal in der Breite verfügbar sein würden) ein GameChanger in der Pandemie werden, sofern keine Mutanten, gegen die die aktuellen Impfungen nicht mehr wirken, auftreten würden.
Dass wir uns aber auf dem Weg in den Sommer und beim Umgang mit der dritten Welle im Gegensatz zur ersten Welle nicht mit Ruhm bekleckert haben, viele vermeidbare schwere Verläufe und Covid-19-Toten in Kauf genommen haben und insbesondere unser Bildungssystem auch jetzt noch -im Mai- einen hohen Preis für die gewählte Hochinzidenzstrategie zahlen müssen, sollte aber auch noch klar sein.
Meine Frau führt eine Kombiklasse (3/4) und die Drittklässler hatten seit Dezember gerade mal 5 Wochen Wechselunterricht, das heißt sie haben in viereinhalb Monaten an gerade mal 12 Tagen ihre Lehrerin und Mitschüler live gesehen. Auch in der nächsten Woche bleibt es beim Distanzunterricht, weil unser Landkreis nach wie vor über der Inzidenz von 165 liegt.
Es ist also eine Sache optimistisch für die Zukunft zu sein (und das ist sicher, wie von Lauterbach schon im Januar vorhergesagt zu einem gewissen Grad berechtigt), aber man sollte sich auch bewusst sein, welchen Preis wir für den von uns eingeschlagenen Weg bezahlt haben (und immer noch bezahlen).
(Gelegentlich höre ich übrigens auch bei Kekule rein und es ist richtig, dass er in der Regel durchaus vernünftige und auch wissenschaftsbasierte Einschätzungen der aktuellen Situation bringt. Insofern unterscheidet er sich nicht groß von anderen Experten und schließlich gibt es auch einen wissenschaftlichen Konsens. Kekule hat auch ein unbestreitbares Talent, komplexe Zusammenhänge in einfachen Worten verständlich zu erklären. Daher ist sein Podcast deutlich einfacher nebenbei zu hören als zum Beispiel Drostens Podcast, bei dem man sich oft sehr konzentrieren muss, um nicht den Faden zu verlieren. Was mich aber immer wieder bei Kekule stört, ist sein ausgeprägter Hang zum Narzissmus: fast in jeder Folge kommt eine Phrase wie " das habe ich schon vor Monaten vorhergesagt" "Hätte man damals auf mich gehört" usw. Das macht das Zuhören dann wieder anstrengend. Drosten macht im Gegensatz dazu stets deutlich, wo sein Expertentum anfängt und wo es aufhört und wenn er z.B. über Modellierungen, Gesundheitspolitik, Impfstoffforschung spricht, macht Drosten stets unmissverständlich klar, dass dies nicht sein Fachgebiet ist und er hier auch nur über begründetes Halbwissen verfügt, während Kekule dagegen stets versucht den Eindruck zu erwecken, dass er quasi für alles, was im Zusammenhang mit der Pandemie bedeutsam ist, absoluter Experte ist. )