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Klima- und Umweltpolitik unsozial? Ich kann’s bald nicht mehr hören. Dieses Argument stellt die wahren Verhältnisse auf den Kopf.
Wir stecken doch in dem ganzen Schlamassel, weil eine sehr breite Bevölkerungsmehrheit, ich eingeschlossen, über ihre Verhältnisse lebt und die wahren Kosten der nächsten Generation aufbürdet. Dies wieder zurückzuschrauben ist nicht unsozial, sondern gerecht und vernünftig.
Dass heute fast alle Einkommensschichten Deutschlands mit dem Flugzeug in den Urlaub jetten und dort in vollklimatisierten Unterkünften wohnen, liegt an den Energiekosten, die viel zu gering sind und bei weitem nicht die real entstehenden Kosten widerspiegeln.
Dasselbe gilt für den in den letzten Jahrzehnten stark angestiegenen Fleischkonsum. Auch er findet seine Ursache in den viel zu günstigen Fleischpreisen, welche nicht die tatsächlichen Kosten inklusive Umwelt- und Gesundheitsschäden decken. Für billige Kleidung (Anstieg um 60% in den letzten 15 Jahren) und jede Menge anderer Konsumgüter gilt das ebenfalls.
Wenn wir von dieser Verschwendung unserer gemeinsamen Ressourcen wegkommen wollen, müssen wir Preise etablieren, welche die wahren Kosten enthalten. Auch wenn das den Effekt hat, dass sich eine breite Bevölkerungsschicht etwas weniger Konsum leisten kann als bisher. Das ist jedoch kein Mangel, sondern der gewünschte Effekt der Maßnahme. Wir leben massiv über unsere Verhältnisse. Eine Bepreisung, die das Konsumverhalten nicht ändert, ist nutzlos.
Wenn wir beispielsweise Fangquoten für bedrohte Fischarten festlegen, steigt der Preis für diese Fische. Ist das asozial? Nein. Asozial war die Überfischung von Arten, die auch für kommende Generationen wichtig sind.
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