Zitat:
Zitat von Hafu
Zum Dilemma der Seenotrettung und hinsichtlich des ethischen Bewertens des Verhaltens der Seawatch-Rettungsschiffe und des Verhaltens der Politik habe ich gestern einen sehr interessanten Text eines Philosophen gelesen, der versucht, das Handeln der verschiedenen involvierten Personen einzuordnen und zu erklären, ohne es aber zu bewerten (Letztlich sind auch wir alle als Wähler involviert, und in gewisser Weise mitschuldig oder zumindest mitverantwortlich, denn die Politik agiert in der Flüchtlingsfrage ja letztlich, so wie der Wähler es ihr im Groben vorgibt).
Ethischer Chauvinismus
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Nach dem ersten zugegebenermassen schnellen Durchlesen empfinde ich die Gegenüberstellung der ethischen Positionen von A u. B als rein theoretisch formulierte Annahmen eines ethischen Konfliktes. Man kann empirisch überprüfen, ob jeweils die Voraussetzungen zutreffen und dann stellt sich der Konflikt schon wieder anders dar.
Für These A: Gibt es weniger oder mehr Tote, wenn die EU eine Seenotrettung in internationalen Gewässern im Mittelmeer selbst organisiert?
Für These B:Gibt es weniger / mehr Tote auf der Flucht, wenn keine Seenotrettung stattfindet und flüchten deswegen weniger / mehr Menschen nach Europa über das Mittelmeer?
Nach einem Artikel den ich gelesen habe, soll B nicht zutreffen. Es haben sich die Todeszahlen nicht verringert, seit die EU die Seenotrettung einstellte und libysche Milizenmörder für den Küstenschutz bezahlt, völkerrechtswidrig. Ähnliches gilt für Mexiko / USA. Seit Trump und der eingeleiteten Verschärfung des Grenzschutzes und Teilmauer nahmen die Todesfälle an der Grenze kontinuierlich zu.
https://www.spiegel.de/politik/ausla...a-1274791.html