Zitat:
Zitat von Zarathustra
„ ... Also wird durchs praktische Gesetz, welches die Existenz des höchsten in einer Welt möglichen Guts gebietet, die Möglichkeit jener Objecte der reinen speculativen Vernunft, die objective Realität, welche diese ihnen nicht sichern konnte, postulirt; wodurch denn die theoretische Erkenntniß der reinen Vernunft allerdings einen Zuwachs bekommt, der aber blos darin besteht, daß jene für sie sonst problematische (blos denkbare) Begriffe jetzt assertorisch für solche erklärt werden, denen wirklich Objecte zukommen, weil praktische Vernunft die Existenz derselben zur Möglichkeit ihres und zwar praktisch schlechthin nothwendigen Objects, des höchsten Guts, unvermeidlich bedarf, und die theoretische dadurch berechtigt wird, sie vorauszusetzen. ... “
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Das ist kein Argument für die tatsächliche Existenz eines Gottes. Was Kant hier als "schlechthin notwendiges Objekt" voraussetzt, ist keineswegs notwendig. Kants praktische Vernunft hat darüber hinaus nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Es sind Hirngespinste, oder freundlicher formuliert: es sind kluge, aber leicht zu durchschauende Irrtümer. Kant "beweist" nur das, was er bereits in den Voraussetzungen postuliert.