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Zitat von qbz
Die AFD repräsentiert ein bestimmtes Wählerpotential. Egal ob jetzt die AFD oder eine andere nationalistische, fremdenfeindliche Partei dieses ausschöpft, rechne ich nicht mit dem Verschwinden einer solchen Partei, weil das Wählerpotential vorhanden zu sein scheint, ähnlich wie in einigen benachbarten Ländern.
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Ich kann der Argumentation, dass ein Erfolg der AfD nicht zwingend mit einem Rechtsruck gleichzusetzen ist, folgen. Ich glaube, dass die AfD eben nicht nur das fremdenfeindliche etc. Wählerpotential abbildet, sondern auch die Leute, die angesichts der Politik und der leeren Versprechungen des letzten Jahrzehnts stinksauer sind und denen der Kragen geplatzt ist. Mit dem Kreuz bei der AfD haben sie eine sehr effektive Form gefunden, dies auszudrücken. Die etablierten Parteien rennen umher wie Körbels verschreckte Hühner, werfen ihre Positionen über Bord, und man hört nicht mehr, dass die Dinge "alternativlos" sind.
Ich sehe hier klare Parallelen zu den USA. Die Menschen dort sind nicht durch die Bank Idioten, auch wenn die hierzulande gerne angenommen wird. Die meisten Trump-Wähler haben ihn nicht gewählt, weil sie ihn für einen tollen Typen halten, sondern weil sie die Schnauze voll hatten von den Bushs und den Clintons und dem Rest der verlogenen Truppe und man ihnen im wahrsten Sinne des Wortes keine Wahl gelassen hat. Trumps Erfolg war ein verzweifelter Hilfeschrei der Desillusionierten, nichts anderes.
Die Wahl der AfD ist sicher teilweise Ausdruck einer völkischen Orientierung. Sie ist aber auch Ausdruck des hilflosen um-sich-Schlagens von lange linientreuen Wählern aller Couleur, die von der Austauschbarkeit und Profillosigkeit der Politik maßlos enttäuscht sind und ein maximal schmerzhaftes Zeichen setzen wollen.