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Zitat von waden
Ich habe das pdf auch gelesen (danke für den link), finde aber nur wenig Zeit, inhaltlich darauf einzugehen. Ich finde beispielsweise schon interessant, wie der Autor seine Schlüsse zieht, zB Gewalt sei damals allgegenwärtig gewesen ; vor diesem Hintergrund sei das AT gar nicht so gewalttätig. Wie er dann die Kurve kriegt, die gewaltverherrlichenden Texte des AT als zeitgebunden zu deuten und den Text in eine Friedensbotschaft zu verwandeln, erscheint mir allerdings waghalsig und nicht überzeugend. Es ist das alte Lied, das ich aus vielen Gottesdienstbesuchen kenne, sich aus dem Text das herauszuziehen, was einem zeitgebunden passt. Denn die Friedensbotschaft gilt nunmal im AT nur für das Auserwählte Volk. Der Auto schreibt auch , der Ursprung der abrahamitischen Religionen läge in einem Polytheismus; Israels Gott sei nur einer von vielen Göttern gewesen, weshalb ihm bereits der Begriff des Monotheismus unpräzise und typisch für Atheisten erscheine. Auch das finde ich angesichts der Botschaft vom Auserwählten Volk des nur einen richtigen Gottes nicht überzeugend. ..
Kurz, trithos: man kann das pdf lesen; ich fand es hier interessant. Im Ergebnis ist es aber schon vorhersehbar, welche intellektuellen Spagate ein katholischer Theologe bewerkstelligen muss, um aus dem Christentum keine monotheistische Religion und aus dem AT eine Friedensbotschaft zu machen.
Ich kann schon verstehen, dass da nicht jeder Lust drauf hat. QBZ, Jörn und ich (und vielleicht auch Du) haben es immerhin gelesen. Hast Du vielleicht Lust, auch noch etwas inhaltliches dazu beizutragen?
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Ehrlich gesagt ist mir die Lust vergangen, dazu etwas Inhaltliches beizutragen. Aber Danke für Deine Einschätzung. Das was Du sagst, kann ich nachvollziehen, und es hilft mir dabei, mir eine Meinung zu bilden.
Ich hab das pdf mit großem Interesse gelesen. Allerdings versuche ich grundsätzlich, mich mit schnellen endgültigen Analysen zurück zu halten. Ich kann daher hier zunächst einmal nur meinen ersten Eindruck wiedergeben - in vollem Bewusstsein der Tatsache, dass das eine vorläufige Meinung ist, die sich im Zuge einer Diskussion auch noch ändern kann. Also: Mir hat zum Beispiel gut gefallen, dass der Autor die Frage der Gewalttätigkeit im Alten Testament in den historischen Zusammenhang stellt. Auf den ersten Blick habe ich das nachvollziehbar gefunden. Und ich bin auch grundsätzlich der Meinung, dass man die Bibel im Kontext der Zeit interpretieren sollte. Daher finde ich den Ansatz tatsächlich interessant.
Ich traue mir allerdings wirklich noch nicht zu, zu beurteilen, ob der Autor Recht hat. Aber ich finde, er hat nachvollziehbar argumentiert und ich denke, sein Standpunkt ist ein möglicher Standpunkt in dieser Diskussion. Ich denke daher auch, dass es sich lohnt, sich mit diesem Standpunkt inhaltlich auseinanderzusetzen.