Zitat:
Zitat von Jörn
Die Plünderung war ein Motiv. Einverstanden.
Aber warum die Juden?
Warum plünderte man nicht die Oberschicht oder den Klerus? Warum nicht die Banken oder Kaufhäuser?
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Der von Keko zitierte Nachbar eignete sich das fremde, jüdische Eigentum erst an, nachdem die Staatsmacht dieser Volksgruppe den Besitz sukzessive wegnahm. Diese Staatsmacht wurde in Teilen von der Oberschicht, den Banken, Unternehmern unterstützt bzw. sie kooperierten mit ihr in Erwartung von Extraprofiten.
@Mattf
Das geraubte Vermögen besass für den Staat durchaus erhebliche Relevanz. So führt dieser Bericht aus Berlin an, dass im Haushaltsjahr vor Kriegsbeginn ca. 9 % (!) der Reichseinnahmen von den Sondersteuern und der Teilenteignung der Juden kamen.
"Entsprechend stammten im letzten Haushaltsjahr vor Kriegsbeginn mindestens neun Prozent der Reichseinnahmen aus der fiskalischen Diskriminierung und Teilenteignung der jüdischen Bevölkerung. Mit ihnen konnte ein Staatsbankrott des Deutschen Reichs Ende 1938 abgewendet und die Kriegspläne finanziert werden."
holocaust-forschung-wie-berliner-finanzbehoerden-juedisches-eigentum-raubten
Diese Ausstellung vermittelte einen Eindruck, wie in Thüringen die Juden ab 1933 ausgeraubt wurden. Statt "Enteignung" und "Raub" erfanden die Nazis dafür den Begriff der sog. "Arisierung" von jüdischem Besitz.
der-grosse-raub
Einen Überblick über die geraubten jüdischen Vermögen in Europa durch den Holocaust findet man hier:
Holocaust. Die Bilanz der materiellen Schoah
"Scheurenberg untersucht auch, wie das geraubte Eigentum zur Deckung der Kriegsausgaben verwendet wurde. Die vorgelegten Daten zeigen, dass allein der Raub jüdischen Vermögens in Deutschland (ohne den Wert der Zwangsarbeit etc.) fast die gesamte Aufrüstung der Wehrmacht vor dem Zweiten Weltkrieg und 7 Prozent des gesamten Kriegshaushalts finanzierte."