Zitat:
Zitat von schnodo
Diese Form von Sippenhaft traue ich totalitären Systemen zu, ich erwarte sie nicht in einer freien Gesellschaft. Wort und Tat werden unterschiedlich bewertet und das ist meiner Meinung nach gut so.
|
Das klang für mich zunächst sehr überzeugend. Aber sind Worte und Taten wirklich unterschiedlich? Vielleicht sind Worte manchmal auch Taten.
Ein Beispiel wäre "üble Nachrede". Hier wird nur geredet, niemand wird handgreiflich. Die Konsequenzen können aber schlimmer sein als bei einer Rauferei.
Komplizierter und gemeiner ist es beim Mobbing. Auch hier bleibt alles auf der verbalen Ebene. Jeder wirft zudem nur einen kleinen verbalen Stein, eine kleine Unrichtigkeit oder eine kleine Schmähung. In der Summe kann das aber beträchtliche Wirkung haben.
"Schwul", "Homo", "Schwuchtel" sind die Schimpfwörter Nummer 1 auf deutschen Pausenhöfen. Hinzukommt, dass jede Klasse oberhalb der Grundschule ihre WhatsApp-Gruppen hat, in der sich ein wichtiger Teil des Soziallebens abspielt. Natürlich auch Mobbing. Sei mal schwul in so einem Umfeld, als verunsicherter, pubertierender Mensch!
Worte sind Taten, zumindest können sie es sein. Darum finde ich es gut, dass wir uns untereinander austauschen. Nur so kommt man sich langsam näher.