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Alt 02.10.2016, 13:41   #4217
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 25.281
Zitat:
Zitat von Rälph Beitrag anzeigen
Interessante Einstellung.
Würdest du dann auch behaupten, dass ein Salafist, welcher auf Einhaltung der Scharia aus Überzeugung besteht, moralischer handelt als ein gemäßigter Moslem?
Ja, wenn sie beide die Gesetze der Scharia tolerieren, handelt der eine aus Überzeugung und der andere aus Gleichgültigkeit. Wer als gläubiger Muslim nach der Scharia handelt, tut aus seiner Sicht etwas Gutes und handelt zweifellos in guter Absicht. Das kann der gemäßigte Muslim, der ohne diese Überzeugung ebenfalls die Scharia unterstützt, nicht im gleichen Maß für sich in Anspruch nehmen.

Bei einer moralischen Bewertung geht es meiner Meinung nach weniger um die Tat und ihr Ergebnis, als um das Motiv. Beispiel: Zwei Menschen töten jeweils einen Menschen. Der eine handelt aus Habgier, der andere um sein Kind vor einem Angreifer zu schützen. Die Tat und ihr Ergebnis sind gleich, aber ihre Motive sind verschieden. Unsere moralische Bewertung richtet sich nach den Motiven.

Wer aus tiefer religiöser Überzeugung fordert, einem Menschen müsse zur Strafe die Hand amputiert werden, kann durchaus gute Motive haben, zum Beispiel die Welt nach dem Willen Gottes besser zu machen. Ein anderer hält diese Strafen zwar keineswegs für von Gott legitimiert, findet aber am Glauben hin und wieder etwas Tröstliches. Darum unterlässt er es, religiöse Praktiken anderer zu kritisieren. Vielmehr verteidigt er sie möglicherweise gegenüber humanistisch eingestellten Menschen. Aus meiner Sicht, die freilich falsch sein kann, handelt der stark Gläubige in diesem fiktiven Beispiel moralischer als der "Halbgläubige".

Zitat:
Zitat von Rälph Beitrag anzeigen
Aktuelles Beispiel aus meinem Bekanntenkreis: Ein befreundetes Paar hat vor wenigen Tagen einen der beiden neugeborenen Zwillinge verloren. Sie sind schwer getroffen und in tiefer Trauer.
Man kann diese Leute sicherlich als gemäßigte Christen ansehen. Nun suchen sie Trost und Erklärung im Glauben. Wer will das ihnen zum Vorwurf machen? Handeln sie jetzt unmoralisch?
Nein, das sagt doch niemand. Es liegt ja gar keine Handlung gegenüber Dritten vor.
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