Zitat:
Zitat von keko#
Der Platz war leer und wir wären auch nicht ins Gespräch gekommen, hätte ich auf dem Platz meinen Rucksack enger gezurrt, nachgeschaut ob mein Geldbeutel noch in der Hosentasche steckt oder hinter den Jugendlichen mögliche Selbstmörder vermutet. Mit deinen Hinweisen auf Grausamkeiten im Namen von Religionen wird so eine Denkweise gefördert.
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Du hast schon mitbekommen, dass nicht
ich es war, der diese Käfige an prominentester Stelle an den Kirchturm gehängt hat? Dir Kirche selbst hat das getan, ganz offensichtlich in der Absicht, dass die damaligen Vorgänge auch heute wahrgenommen werden sollen.
Du sagst, Extremismus können wir nur überwinden, wenn wir aufeinander zugehen. Diese Sichtweise würde ich unterstützen, allerdings mit zwei Anmerkungen:
Erstens können wir auf Dauer nur aufeinander zugehen und beieinander bleiben, wenn unsere Weltbilder auf der Vernunft basieren und friedlicher Natur sind. Sobald sich eine Gruppe aufgrund irrationaler Überzeugungen (Nationalismus, Rassenlehre, Kastenwesen, absoluter Wahrheitsanspruch aller möglichen Religionen etc.) von diesem Grundsatz entfernt, wird ein Zusammenleben schwierig.
Zweitens entwickeln sich religiöse Extremisten stets auf dem Nährboden religiöser Gesellschaften, deren große Mehrheit sich als "gemäßigt" religiös empfindet. Würden ansonsten völlig rechtschaffene Eltern ihren Kindern nicht von Klein auf Geschichten von Himmel und Hölle, von Gläubigen und Ungläubigen, vom ewigen Leben, von Sünde und immerwährenden Strafen, von religiösen Geboten und der Notwendigkeit unbedingten Glaubensgehorsams eintrichtern, gäbe es auch keine Extremisten, die das alles wörtlich nehmen.
Damit möchte ich ausdrücken, dass auch die gemäßigte Alltagsfrömmigkeit ihren Teil an der Verantwortung für religiösen Fanatismus trägt. Bei Deinem Posting hatte ich den Eindruck, als trügen nichtreligiöse Menschen wie ich eine Mitschuld daran, dass die Fronten zwischen den Religionen sich nicht aufweichen.
