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Zitat von qbz
...Erst recht, hätte man die gesamten militärischen Nato-Kosten der Irabesetzung, der milkitärischen Nato-Libyienintervention und die militärische Unterstützung der syrischen Rebellengruppen für Flüchtlinge aus diesen Ländern eingesetzt. Ach so, dann gäbe es sowieso sehr viel weniger Flüchtlinge aus diesen Ländern.
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Guter Hinweis. Ich glaube, das hat deutlich mehr mit der Flüchtlingsproblematik zu tun, als diese gerne zitierte diffuse Kollektivschuld unseres Wohlstandes. Solange der Diktator Assad oder Saddam im Irak oder Gaddafi in Lybien stabil geherrscht haben, sind aus diesen Ländern (ohne einen eisernen Vorhang, also nicht so abgeschottet wie im früheren Ostblock) nur sehr wenige geflohen. Nachdem mit westlichem Beitrag oder zumindest öffentlichem Applaus des Westens die Diktatoren entmachtet oder vertrieben wurden, brach überall das Chaos aus, und die Menschen fliehen in Scharen.
Vielleicht ist die größte Sünde des Westens nicht der Wohlstand und die damit verbundene Ausbeutung (was eh ein höchst diffuses Thema ist), sondern der naive Glaube, daß die Demokratie Europäischer Prägung auf diese Gesellschaften übertragbar ist, und daß dies auch noch diesen Ländern Gutes tut. Ich bin sicher kein Fan von Assad, aber der Russische Gedanke, daß die Stabilisierung Assads die Lage am schnellsten beruhigen kann, ist nicht ohne Logik. Der Islamische Staat sollte von Moslems besiegt werden (wie es bereits 2007 im Irak zeitweise gelungen ist), nicht vom Westen, sonst generiert jeder Erfolg von Europa und USA nur neuen Zulauf für die IS. Und wir sollten akzeptieren, daß die Demokratie nicht mit Gewalt exportierbar ist, sondern langsam, über Generationen mit Bildung und Aufklärung wachsen muß. Bis dahin sollten wir auch akzeptieren, daß manche Länder als Diktatur besser dran sind.