Den ersten Lauf aus meiner 10-km-Herbstliste habe ich nun hinter mich gebracht, den Turmberglauf. Ich musste mich schon sehr quälen, um überhaupt anzutreten weil wir gestern mit dem Rad unterwegs waren und mir auf dem Rückweg beim "Oktoberfest" im Biergarten des Naturfreundeshauses Rappenwört die Maß doch etwas zu gut geschmeckt hat. So gut, dass es mit einer nicht getan war. Eine Schweinshaxe macht halt auch durstig. Abends musste dann der gelungene Feiertag gebührend gefeiert werden...
Es war dementsprechend heute ein Trauerspiel bis ich es dann schliesslich geschafft hatte, meine Laufklamotten anzuziehen und mich aufs Rad zu setzen um die paar Kilometer nach Durlach zu fahren. Dann flugs nachgemeldet und durch Glück und nettes Nachfragen noch eine geniale Startnummer bekommen:
Da der Turmberglauf auch als Karlsruher Schülermeisterschaft dient, waren viele junge Menschen unterwegs. Dementsprechend konnten Kommentare wie "Boah, die Nummer des Teufels!" nicht ausbleiben.
Der Start erfolgte nicht mehr wie in den letzten Jahr in der Amthausstraße, sondern fand auf der Pfinztalstraße statt, direkt bei der Straßenbahnhaltestelle Schlossplatz. Da ist mehr Platz und das Feld konnte sich viel schneller entzerren. Das Gedrängel in der Amthausstraße war immer etwas lästig. Deshalb: Two thumbs up für diese Änderung!
Pünktlich um 16:00 Uhr ging es dann bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen los. Vielleicht etwas zu warm zum laufen, aber ich will nicht jammern wenn es im Oktober nochmal so schön wird.
Meine Zielsetzung war lediglich, irgendwie unter einer Stunde zu laufen, 58 Minuten hielt ich für machbar. Der erste Kilometer war mit 6:05 erwartungsgemäß verhalten, aber durch den veränderten Start tatsächlich nicht so zäh wie in den Vorjahren.
Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass ein älterer Läufer in etwa gleichen Abstand vor mir herlief und an den hängte ich mich dann dran bis ich nach 4 oder 5 Kilometern das Gefühl hatte, dass er etwas langsamer wird. Danach lief ich einfach nach Gefühl weiter.
Zwischen Kilometer 2 und 9 lag meine Pace dann immer zwischen 5:30 und 5:40. Etliche Schüler waren nach zwei oder drei Kilometern schon vollständig erschöpft in den Wandermodus übergegangen und spekulierten verzweifelt, wie weit es denn noch ins Ziel sein möge. Beeindruckend fand ich die Gegenbeispiele, wo junge Menschen, die vielleicht ein Drittel so groß waren wie ich, die Strecke komplett in einem Affenzahn durchrannten. Irre!
Unterwegs traf ich noch den einen oder anderen Bekannten, und so verging die Zeit wie im Flug. Zumindest kommt es mir jetzt so vor, ich kann mich aber dunkel erinnern, dass ich zwischendurch ähnliche Gedanken hatte wie die wandernden Schüler.
Als ich dann die 9-km-Marke passiert hatte, versuchte ich mir meine verbleibende Energie so einzuteilen, dass es gerade noch ins Ziel reicht und so wurde es auf dem letzten Kilometer eine Pace von 5:10, was ich mir schon als enorme Willensleistung anrechne.

Letztendlich hatte ich 56:11 auf meinem Garmin, die offizielle Zeit dürfte nicht weit davon entfernt sein. Ich war hochzufrieden, erschöpft, und bin gespannt, ob ich beim Oberwaldlauf in zwei Wochen noch etwas schneller laufen kann.
Bei der Vorbereitung habe ich mich eher zurückgehalten und die Erholung von Marathon stand im Vordergrund. Vor einer Woche bin ich 10 km gemütlich gelaufen, dann am Mittwoch nochmal 10 km mit 3 x 1 km in Race Pace und 1 km Trabpause. Die Radausfahrt und das "Oktoberfest" gestern waren vermutlich nicht hilfreich, aber es geht ja mehr um den Spaß als um Zahlen oder körperliches Wohlbefinden.
