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Zitat von phi25
Ja, Marihuna macht antriebslos, sollte nicht verharmlost werden und kann bei manchen Menschen Psychosen auslösen.
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Cannabiskonsum führt sogar ziemlich häufig zu schweren Psychosen. Ich arbeite in der Suchtabteilung einer Essener Psychiatrie. Eine Station war ursprünglich eine Station zum Entzug von Alkohol und Medikamenten. Mittlerweile ist ca. die Hälfte der Patienten zum Cannabisentzug dort. Ein doch erheblicher Anteil von ihnen hat mit einer Psychose zu tun.
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Zitat von phi25
Wahr ist aber auch, dass die Entzugserscheinungen auch bei jahrelangem Konsum kaum merkbar sind.
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Das mag bei dir so gewesen sein, gut für dich!, und stimmt auch, was körperliche Entzugssymptome angeht, stimmt aber so einfach nicht für viele Betroffene in Bezug auf psychische Entzugssymptome, die deutlich merkbar und teilweise langwierig sind.
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Zitat von phi25
Ich kenne keinen der psychische Probleme wegen Kiffen bekommen hätte, ich kenne aber viele die dadurch den Antrieb die Schule fertig zu machen verloren haben.
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Siehe oben: Glück gehabt. Ich kenne über die Arbeit sehr viele Cannabiskonsumenten, die erhebliche psychische Probleme bekommen haben. Abgesehen davon empfinde ich die Antriebslosigkeit als ein massives Problem und die Tatsache, dass eben viele junge Cannabiskonsumenten ihre Schul- und/oder Berufsausbildung nicht beenden auch.
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Zitat von phi25
Ja Abhängig macht das Zeug aber mit ein bisschen Willen kommt man davon genauso schnell los wie von Schokolade. Der Entzug ist nichts im Vergleich zum Rauchen aufhören.
Es ist letztendlich keine Substanz vor der man einen Erwachsenen schützen müsste.
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Ob man Erwachsene davor schützen muss und ob man das am besten durch Verbot von Cannabis tut, darüber bin ich mir nicht so im Klaren.
Die ersten beiden Sätze stimmen so pauschal definitiv nicht. Noch mal: Gut, wenn es bei dir so war. Wie du selbst weiter unten sagst, muss man eben viele Faktoren berücksichtigen. Dazu zählt z.B. auch die psychische Gesundheit, bzw. die psychischen Belastungsfaktoren. Offenbar bist du psychisch stabil genug gewesen, um die Entscheidung zum Aufhören zu treffen und dann auch umzusetzen. Ich erlebe täglich Menschen, die das aus den verschiedensten Gründen nicht einfach so können. (Ich kann's ja nicht mal bei Schokolade...

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Zitat von phi25
Die Menschen die wirklich ein Drogenproblem haben haben fast immer auch ein Alkoholproblem oder anderen Mischkonsum. Kiffen ist oft ein Teil der Problematik aber nur wegen Cannabis wird kaum einer einen Enzug machen müssen.
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Doch, müssen sie sehr wohl. Extra für dich habe ich jetzt eben noch mal auf der oben schon erwähnten Station angerufen, die ich gerade aktuell mal wieder vertretungsweise betreue: Von zur Zeit 21 Patienten dort sind 10 Kiffer. Der stellvertretende, pflegerische Leiter der Station sagte, dass mindestens ein Drittel ihrer cannabisabhängigen Patienten, vielleicht sogar knapp die Hälfte, mit Psychosen zu tun haben.
Viele Grüße
J.